[...] im langen Schwert mit Andreas und Gabriel "low sparring" ohne Schutzausrüstung gefochten [...]
Hier noch ein paar Fotos vom quasi nahezu „Blossfechten“, dass hier bis auf leicht gepolsterte Handschuhe ohne Schutzausrüstung durchgeführt wurde. Die Handschuhe sollen dabei helfen, die Finger bei Handtreffern nicht übermässig blau zu hauen. Handtreffer sind ein häufiges Thema. Zum einen, weil man ohne Schutzausrüstung nach meinem Verständnis oft eh weniger „auf den Körper“ schlägt /sticht und man eher versucht ins Band zu kommen und dort zu bleiben, um die Klinge des Gegenübers zu kontrollieren und dann versucht seine Klinge durch geschicktes Winden an den jeweils anderen Körper zu bringen oder direkt einzulaufen und ihn umzuwerfen oder zu boxen/treten/etc.
Zum anderen, weil die Hände einfach ein taktisch hervorragendes Ziel sind. Ich greife mit oder Schutzausrüstung gerne die Hände an. Sie zu treffen trainiere ich regelmässig. Den in einem „echten“ Duell mit scharfen Blankwaffen, ohne nennenswerten Handschutz, wäre der Kampf in der Regel nach einem Handtreffer schon mit hoher Wahrscheinlichkeit entschieden und vorbei. *bittealleFingerwiedereinsammeln* Wer schonmal ein geschärftes Schwert in der Hand hatte, oder mal einen Schnitttest durchgeführt hat, kann sich vorstellen wie wenig Energie es benötigt, um gröbere Schnitt- oder Stichverletzungen zu verursachen.
Die Fotos beginnen mit ein „Abtasten" in der Mensur des Zufechtens (es ist noch mindestens ein Schritt notwendig um den Gegner mit der Klinge zu erreichen). Gabriel steht in der Hut "Pflug", ich in der "Nebenhut", den Gegner nicht bedrohend. Ich hatte gehofft Gabriel so in einen Angriff seinerseits zu locken...
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(Bildquelle: Ars Gladii)
Da der alte Fuchs sich aber nicht aus der Reserve locken lies, entschied ich mich für einen Angriff und versuchte in die Mensur des „Kriegs“ (ab dann könnte man sich mit den Klingen treffen und weh tun) zu kommen. Gleichzeitig schaute ich wie er darauf reagiert. Mein Schwert nahm ich nun in die Hut des "Pfluges", um Gabriel direkt zu bedrohen. Aus dem Pflug kann man sehr viele weitere Aktionen (wie beispielsweise einen direkten Stich zum Kopf oder zur Brust) machen und so gut wie jeden Hau daraus weiterführen. Zudem deckt/schützt die eigene Klinge, die so vor einen gehalten wird, den eigenen Körper vor der gegnerischen Klinge weil man sie schnell versetzen könnte. Ich gehe in die Offensive (ins "Vor"). Mein plötzlicher Angriff drängt Gabriel zum handeln, vermutlich erschrak er hier etwas und riss sein Schwert nach oben. Die Möglichkeiten auf solch einen Angriff zu reagieren sind vielfältig... Mal trifft man eine zweckmässige Entscheidung, mal nicht.
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(Bildquelle: Ars Gladii)
Während Gabriel sich hier dafür entschied, meinen Angriff mit einem Konter von oben, mit einem Twerhau zu begegnen (der mir bei dem Abstand noch nicht wirklich gefährlich werden konnte), ging ich gleichzeitig aus dem Pflug mit einem Unterhau weiter nach vorn. Wir befinden uns nun im sogenannten "Krieg", bei dem die Klingen definitiv den Körper des Gegenübers treffen, wenn man nicht reagiert. Mein Ziel war es hier zu versuchen, an seine Hände/Arme zu kommen und gleichzeitig seine Klinge mit meinen Schwert zu blockieren/zu parieren. Ich ging hoch in den "Ochs" und traf Gabriel am Handgelenk, während seine Klinge an meiner Parierstange gestoppt wurde.
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(Bildquelle: Ars Gladii)
An dem Vormittag gab etliche solche Duelle, die mal für den einen und mal für den anderen ausgingen. Oft entscheidet der Bruchteil einer Sekunde über Erfolg und Niederlage. Die Intensität und die Schnelligkeit sind bei solchen Übungen etwas reduziert. Etwas Risiko bleibt jedoch immer. Ich mag diese Art zu fechten, weil sie ein hohes Maß an Vorsicht & Gefühl erfordert und das wilde "drauflosgehen" und die damit oft verbundenen Doppeltreffer minimiert.