Abschweifen ist toll, wieder was gelernt, vielen Dank!
Beiträge von Grimmbold
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Konnte die Sturmhaube eigentlich unter dem Barett getragen werden? Frage für einen Aldorfer Landsknect...
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Klingt gut, werd ich probieren!
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Muss nicht A sein, nur habe ich keine option zum schweissen. Hab schon überlegt einfach 3 Kantige "U" mit Draht zu verbinden...
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https://www.schildwerkstatt.de/p/dreibein-pfannenhund
Da ist jetzt leider keine Bemaßung dabei, aber anfragen bei Tobias könnte sich lohnen.Das sind die von Ulbehrt / GetDressedForBattle, leider zu niedrig, aber Danke Dir dennoch!
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Servus, hat jemand einen Geheimtipp für preiswerte Pfannenhunde, ich bräuchte 2 Stück, ca 30cm hoch, Topfdurchmesser oben 30cm.
Dürften auch geschweißt sein, ich hab auch im Laborbedarf für Blindenbrenner Ständer geguckt, aber die sind zu klein.
Bei den üblichen Verdächtigen habe ich nichts gefunden, daher die Hoffnung, das jemand jemand kennt, den ich nicht kenne...
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Interessantes Detail, dass die Naht nicht an der Ferse ist, sondern versetzt. Danke Dir fürs Zeigen Dagobert
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Auf die Wirkungsweise bin ich auch erst im Zuge dieser Recherche gestossen. Aber eigentlich ist es logisch, wenn Seifenreste ein Zelt undicht werden lassen, weil sie die Wasserspannung herabsetzen, muss alles, was die Saugfähigkeit erhöht, es dichter machen.
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"To 10 quarts of water add 10 ounces of lime and 4 ounces of alum; let it stand until clear; fold the cloth snugly and put it in another vessel, pour the solution on it, let it soak for 12 hours; then rinse in luke-warm rain water, stretch and dry in the sun and the shanty-tent is ready for use."
Das ist der Originaltext aus dem Buch. Übrigens war das sogar mal ein "Household Thema" in Reenactment Foren: In Tempus-Vivit-Diskussionen taucht es als „essigsaure Tonerde“ für Zelte/Gewandung mehrfach auf; dort wurde aber auch kritisch angemerkt, dass gute Abspannung und quellendes Leinen/Baumwolle oft wichtiger sind und Tonerde Zelte nicht zuverlässig „wasserdicht“ macht.
Was chemisch passiert: Alaun plus Kalk ergibt im Wesentlichen mineralische Ausfällungen, vor allem Aluminiumhydroxid und Calciumsulfat, bei Luftkontakt auch etwas Calciumcarbonat. Diese feinen Mineralstoffe lagern sich in/auf den Baumwollfasern ab. Das macht den Stoff nicht „wasserdicht“ im heutigen Sinn, sondern eher wasserabweisender und dichter.
Warum es hilft: Baumwolle dicht gewebt hat eine hohe "Haftigkeit". Moderne Zeltstoff-Erklärungen beschreiben diesen Effekt als Baumwollfasern schwellen bei Feuchtigkeit, das Gewebe schließt sich und bleibt dabei atmungsaktiv. (inhaltlich falsch, aber selber Effekt).
Die Alaun-Kalk-Behandlung unterstützt das, indem sie Fasern und Poren mineralisch „füllt“. Ergebnis: Der Stoff hält MEHR wasser STÄRKer fest, Regen perlt/schlägt besser ab, solange der Stoff straff steht und nicht berührt wird.Wichtig: Das ist eher water repellent, nicht wirklich waterproof. Bei Druck, Falten, Scheuerstellen, dauerhaftem Starkregen oder wenn innen etwas den Stoff berührt, wird Wasser durchkommen. Es ist näher an historischer Feldimprägnierung als an moderner PU-/Silikonbeschichtung.
Risiken / Nachteile:
- Kalk ist alkalisch/ätzend, besonders wenn ungelöschter Kalk gemeint wäre; Schutzbrille/Handschuhe wären Pflicht.
- Zu viel Alkalität kann Baumwolle auf Dauer schwächen, besonders bei schlechter Spülung.
- Der Stoff kann steifer, fleckig, weißlich ausblühend oder rau werden.
- Die Wirkung ist nicht dauerhaft; Regen und Waschen laugen Salze/Mineralien wieder aus.
- Es ersetzt keine moderne Schimmel-/Rot-Imprägnierung.
Diese Technik wurden in Büchern von George "Nessmuk" Washington Sears ("Woodcraft") und Horace Kephart ("The Book of Camping & Woodcraft") beschrieben, neben anderer Rezepte mit hochgiftigen Bleiacetat. Es gibt ältere Quellen für imprägnierten Nesselstoff und Hanf (kein Leinen) unter anderem eben in "Tents and tent-life from the earliest ages to the present time: To which is added the practice of encamping an army in ancient and modern times." von Godfrey Rhode, er beschreibt und zitiert 1885 u.a. Quellen aus dem 14ten Jahrhundert - leider aber ohne Inhaltsabgaben und bei manchen Textilien auch Rohfasern, die mir nicht bekannt sind.
In The Waterproofing of Fabrics von Dr. S. Mierzinski (1903) wird aluminium acetate als Imprägnierstoff genannt, der auf Geweben fixiert wird.
Die früheste lexikalisch belegte Verwendung des englischen Wortes „oilcloth“ liegt laut OED bei 1660, in Mercurius Politicus.
Für die Technik „öl-/wachs-/fettbeschichteter Stoff“ gibt es aber einen früheren Hinweis: Ein Fachartikel zu Floorcloths nennt 1578 als ersten Nachweis eines öl-/wachsartig beschichteten Produkts in England, dort noch als “Wax Cloth” beschrieben: Leinen wurde mit arabischem Gummi, Bleiweiß, Wasser, Talg und Wachs behandelt. Außerdem wird dort ein englisches Patent von 1627 für eine Oilcloth-Erfindung erwähnt.Und noch eine neue Erkenntnis: Ich schrieb ja hier Zelte - Leinen alternativlos oder nicht? "Die in den Sagas erwähnten Svarttents halte ich mittlerweile nicht mehr für Wollzelte, sondern eher geteerte Leinen oder Hanf / Nesselplanen." - Dunkle Schafwolle bleibt die konservativere Erklärung. Eine teerige oder harzige Nachbehandlung ist materialtechnisch möglich und für skandinavisches Umfeld nicht abwegig, aber ohne Textilfund oder Rezeptquelle nicht sauber belegbar. Für Reenactment würde ich sagen: plausibel als experimentelle Interpretation, nicht als quellenfeste Rekonstruktion.
Quellen:
The History and Technology of Floorcloths - Bonnie Wehle Parks
Woodcraft - George Washington Sears
The Book of Camping & Woodcraft - Horace Kephart
Tents and tent-life from the earliest ages to the present time - Geofrey RhodesZur Einordnung "Wasserdicht durch Quellen"
Zeltstoff ist im Kontext Zelt eine Barriere, wie jede andere und folgt denselben Naturgesetzen, wie jede andere Barriere. Ein Objekt (aktiv) trifft, mit einer gewissen Energie auf etwas, dass eine gegen gesetzte Energie darstellt (passiv), die Barriere hält so lange, wie die passive Kraft stärker ist als die passive. Das kann man auf Rüstung, Schildwälle, Straßensperren, moderne Panzerung und sogar Körperfunktionen wie Stuhlgang anwenden.
Bei Textilien ist die passive Kraft das Halten von Wasser im Gewebe (Adhäsion), das Textil saugt sich mit Wasser voll, lässt es aber nicht durch, da es durch die Wasserspannung eine Barriere bildet. Das nennt man auch Wassersäule.
Effekt: Außen Regen, innen kein Regen.
Trift nun ein weiterer Tropfen auf das Gewebe, addiert er sich zu dem, auf diesem Gewebestück herrschenden, Druck auf die Barriere. Wird dieser Druck zunehmend stärker und übersteigt die Kraft der Barriere, "drückt" sich das Wasser in die Bariere - und auf der anderen Seite wird Wasser aus der Barriere gestoßen.
Effekt: Außen Regen, innen kein Regen - aber es tropft. Je stärker, desto nerviger.
Diese Beispiele gelten für waagrecht gespanntes Tuch. Jetzt kommt der nächste Faktor, der Winkel:
Der erste Tropfen, der auf das gesättigte Gewebe trifft, "schwimmt" auf der Oberfläche. Ist das Gewebe angewinkelt, kommt wieder Physik ins Spiel, der Tropfen strebt der Erde zu, entsprechend seinem Eigengewicht. Somit setzt er sich in Bewegung und der initiale Druck auf die Fläche, auf der er eben noch war, nimmt wieder ab. Je steiler der Winkel, desto schneller bewegt sich der Tropfen Richtung Erde.
Effekt: Der Druck auf die Barriere vermindert sich, da sich die Tropfen nicht permanent an einer Position sammeln.
Letzter Faktor: Adhäsion und Spannung der Wasseroberfläche. Berührt man den Wasserfilm, kreiert man einen Kontaktpunkt, wo die Spannung schwächer wird und Wasser nachfließen kann.
Effekt: Es tropft.
Daraus lassen sich bestimmte Regeln ableiten:
- Jedes Gewebe, das in der Lage ist, Wasser zu binden, ist per se geeignet
- Je steiler die Zeltwand, desto dünner darf der Stoff sein (und vice versa)
- Alles, das die Oberflächenspannung herabsetzt, schadet der Wassersäule (z.b. Seife)
- Je "härter" der Stoff gespannt wird, desto schneller "gleitet" der "Restregen" ab -
Grad nicht zu Hand, ist aus Woodcraft, von George Washington Sears, das ist gemeinfrei
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Historisch korrekt ist Alaun / Brandkalk. Ansonsten Silikonbasierte Mittel.
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Ein Imprägniermittel, haben wir immer bei Räer gekauft. Alternativ, wenn Du experimentierfreudig bist, kannst Du auch Silikon in Wasbenzin lösen.
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Bei Ähten hat sich das Wachsen bewährt, ansonsten Mihotol und mit einem Schwamm applizieren.
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Fun Fact, wir haben die klassischen 12cm Cyalumes (Erfinder der Knicklichter) immer in Transparente Wasserflaschen gepackt, damit sie mehr rundum glühen

Waren dann z.b. die Abbiege Markierungen bei Nachtmärschen. Alkohol und Lebensmittelfarbe ist eine Super Idee! Ich hätte Chlor enpfohlen, aber der Wodka ist dann ja auch noch Dualuse, wenn das Lagerfeuer nicht brennen will... -
Hab ja schonmal erzählt, wollte für unser Mittelalterlager eine Axt kaufen (Wetterlingsbeil, schwedische Armee, 20 EUR, statt neu 100+), fehlten dann 5 EUR oder so für Mindestbestellung. Hab dann noch ein Verbandpäckchen, Einlegesohle und aus Jux einen schwedischen Armeeminirock bestellt - der Postbote lieferte ein 30x20x30 Paket - die Axt war nicht mehr lieferbar, der Jux Kram schon.
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Wäre ich bei Raer nicht gebannt, würde ich auch sagen, Räer
Mein Favorit waren die britischen Sanitätsdecken, reine Wolle, weiss, gut färbbar und schön gross. Leider war die Qualität bei R. schwankend, ich bekam mal nagelneue, mal uralte, die schon zu loden runtergewaschen waren, aber auch welche mit Brandlöchern und/oder Blutflecken.Und ich kann nur bekräftigen, was @Thoralf sagt: Vorsicht mit dem Materialmix, selbst in meinem WK2 Bestand habe ich Wollartikel, die einen Polyester Anteil haben.
Es gibt eine braune US Army Wolldecke aus dem WK2, die ist in Fischgrätmuster, in 2 sehr gleichen Brauntönen (oder der Unterschied entstand durch das waschen), das ist sehr schöne Walnussfarbe. Little known Fact, Fischgrat Webart war zu der Zeit beliebt für Kleidung, im Englischen wurde es mit HBT (Herrinbode Twill) abgekürzt. -
Naja, userreiner löst Probleme nach der Flowchart:
Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.
(Quelle: Eigenes Bild) -
Der Imperator bewahre, nein... Für die Darstellung rasieren, OK, aber auch ich habe Grenzen! Aber dass Du das kennst, verdient einen Stern im Buch der coolen Leute!
Zum Thema, wenn es auch nur für ein Event sein soll, gäbe es noch eine quick&Dirty Lösung, um weiteres Francen zu verhiindern: Rückseite mit Panzertape verstärken. Keine Dauerlösung, aber wenn aktuell keine Anschaffung geplant ist, hilft das mal über einen Event hinweg.
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Ich würde den neuen Stoff mehrmals waschen, damit er sich nicht mehr verzieht. Nicht, dass ich so einen Fauxpas selbst gemacht hätte, und mein Kittel dank geschrumpftem Saum aussah wie eine Kreuzung aus 50er Jahre Rockabilly Petticoat und griechischem Uniformrock... *hust*
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Wie wäre es, einen Stoffsaum in einer einfachen Farbe überzunähen? Mit grossen Stichen, dass er später wieder ab kann?