Beiträge von Martin

    "Mein Kenntnisstand war, dass die lorica segmentata ein Notprodukt war, entstanden aus der Notwendigkeit, schnell neue Truppen auszurüsten, als Reaktion auf den Verlust der Legionen bei Kalkriese."

    Grimmbold - woher hast du denn diese Info (ich persönlich habe noch nie etwas in diese Richtung gehört/gelesen)?

    Primärquelle lesen - immer gut!
    Danke, dass du dir die Arbeit gemacht hast. Ich denke auch, dass "Pfund" darauf hinweist, dass Tinte "stückig" war, also nicht fließt oder rieselt (auch eine Art von fließen, wenn man so will). Die Demosthenes Stelle ergänzt das natürlich super!

    Fuß in zwei dicke alte Socken, dann in Plastiktüte o.ä. und mit Klebeband umkleben. Wunschschuh draufzeichnen, alles entlang der Nähte/Kanten aufschneiden (nicht den Fuß), auf Papier übertragen. Probeschuh mit billigem Leder machen, Schnittmuster ggf nachbessern.

    Nach genügend großer Lehrgeldzahlung wird irgendwann ein Schuh draus.
    Bzw. zwei.

    Evtl. war das gemeint: Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen – Schuhe des Hoch- und Spätmittelalters von Stefan von der Heide

    Allerdings ist da nichts mit "Umrechnung" drin, dafür eine (für Laien nicht ganz einfach nachzuvollziehende) Anleitung zum Schnittmuster entwerfen und eine recht ausführliche Beschreibung der einzelnen Schritte, wie man wendegenähte Schuhe (darum scheint es ja zu gehen) herstellen kann.

    Für das 8. Jh. sind da allerdings keine Vorlagen drin. Allzu viel gibt es da leider auch nicht, einen zeitlich (wenn auch vielleicht nicht räumlich) passenden Typ findest du hier: https://www.resrarae.de/8th-century-ad/dommelen-style-shoes/
    Ansonsten such nach Hald, Primitive Shoes aus den 70ern (gibts als PDF), da sind noch ein paar passende Schuhe drin oder kauf Marquita Volkens Archaeological Footwear: Development of Shoe Patterns and Styles from Prehistory Till the 1600's

    2 Becher, die ich mir nach Funden aus Rothwell-Haigh, UK, gemacht habe. Datiert auf das 2./3.Jh.:

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    Höhe ca. 7cm, Durchmesser ca. 9 bzw. 10 cm

    Literatur: Archaeological Services WYAS. (2011). Rothwell Haigh, Rothwell, Leeds, West Yorkshire: Excavation Report.

    Vielen Dank für die interessanten Informationen!

    Noch was zum Thema, bezogen auf das 18.Jh.: Zelt und Lager im altpreussischen Heer. Autor/in: Ruth Bleckwenn. Verlag: Biblio-Verlag. Jahr: 1975.

    Dort sind einige komplett erhaltene Zelte des 18. Jhs. aus dem Magazin von Burg Forchtenstein beschrieben. Sie bestehen alle aus Leinen. 12-14 Fäden/cm in Kette und Schuß.

    Eine sehr schöne Übersicht zu Militärzelten des 18. Jhs. findet sich auch hier: https://de.scribd.com/document/28757…ry-Tent-Article

    Primär liegt mein Fokus auf dem ersten Jahrhundert

    Da ist es auf alle Fälle schwieriger mit eindeutig datierten Funden. Standard dürfte die ärmellose Tunika mit/ohne Clavi gewesen sein.
    Vom Mons Claudianus (spätes 1.-Mitte 3-Jh.) allein gibt es z.B. "recorded fragments of at least 240 clavi", die v.a. 1-4cm breit und in der Mehrzahl violett/purpurfarbig, daneben aber auch blau/rot/braun/grün und mehrfarbig sind (nach Ulla Mannering: Roman Garments from Mons Claudianus. In: Dominque Cardon, Michel Feugère (Hrsg.): Archéologie des textiles des origines au Ve siècle. Actes du colloque de Lattes, Octobre 1999. Éditions Monique Mergoil, Montagnac 2000, S. 283–290.)

    Also: es gibt somit Belege für die aufgenähte Variante.

    Richtig, wobei ich einschränken würde, dass das nur bei spätantiken Tuniken, bei denen Clavi oft nicht durchgehend sind und zusammen mit anderen Zierelementen (Orbiculi, Tesserae, Paragaudae und wie sie alle heißen) der Fall zu sein scheint. Bei simplen (früheren(?)) Tuniken mit nur 2 "normalen" Clavi ist mir das noch nicht untergekommen. Lasse mich natürlich gerne eines besseren belehren!

    Ach ja, solche Schubladen gibt es übrigens auch im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München (für wen auch immer das näher sein mag).

    ohh Shit ist hab die Tunika in Blöckchendamast vergessen, es ist also nicht immer Leinwand.

    Abegg! Hab ich vor vielen Jahren mal nachweben lassen - schade, dass wir uns da noch nicht gekannt haben :frowning_face:

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    Rückseitiges Detail der clavi

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    Das Bild stammt aus de Garsault’s 1767 Art du cordonnier (siehe de Garsault, François A. (Author), Saguto, D. A. (Translator),M. de Garsault’s 1767 Art of the Shoemaker: An Annotated Translation. Costume Society of America Series. 2009, feines Buch! :smiling_face: ) und ist damit als Quelle gaaaaanz vorsichtig zu genießen. Wirklich weiterhalfen kann ich dir da aber auch nicht, hab das Thema noch nie tiefer recherchiert.

    Wenn du das Thema griechische Schuhe ernsthaft recherchieren willst, such mal nach griechischen Statuen und Vasenmalereien. Oder schließ dich der The International Hoplite Discussion Group auf FB an, da taucht das Thema Schuhe auch immer wieder auf und da sind Leute dabei, die sich ziemlich gut auskennen.

    Oh, ein weites Feld! Hast du eine bestimmte Zeit im Sinn oder meinst du ganz allgemein so über +/-1000 Jahre?

    >Welche textilen Belege und Funde haben wir eigentlich für die Clavi? Und wie viele haben wir überhaupt?

    Eine Frage der Definition, wie auch Silvia schon gesagt hat. Weit gefasst und mit allen kleinen Fragmenten würde ich sagen mehr als 10000.

    Clavi im engeren Sinn, also durchgehende einfarbige Streifen, da tippe ich mal auf (wieder mit mit allen kleinen Fragmenten) mehr als 1000.

    >Waren sie immer und grundsätzlich und ohne Ausnahme direkt eingewebt

    "Immer und grundsätzlich" kann man in so einem Zusammenhang natürlich weder mit ja oder nein beantworten, aber das scheint der Standard gewesen zu sein. Die allermeisten Darstellertuniken sind insofern "falsch", da sie ein-/aufgenähte, aufgemalte/-gedruckte, oder aber mit der falschen Webart eingewebte Clavi haben. Es gibt aber auch sehr gut gemachte, siehe z.B. Silvias Links oben.

    Literatur dazu gibt es tonnenweise, ein guter Einstieg und erster Überblick ist vielleicht Matthias Pausch: Die römische Tunika. Wißner-Verlag, 2003. Matthias ist jetzt Museumsleiter im Limeseum Ruffenhofen, ein sehr netter Mensch und sicher auch ansprechbar bei Fragen.

    Silvia "Die Theorie ist, das es Weber gab die die Dekore als separates Gewebe angefertigt haben um sie dann auf schlichte Tuchbahnen aufzunähen." - wenn ich mich richtig entsinne ist das keine Theorie, sondern es gibt tatsächlich wenigstens einen Fund eines solchen Stücks. Außerdem auch Reste einer Art Musterbuch, auf die solche Ensembles zum nachweben aufgemalt waren. Ist schon Jahre her, dass ich das gelesen habe, aber wenn es dich interessiert, wühle ich bei Gelegenheit mal unter meinen Büchern und Artikeln dazu. Vielleicht finde ich es ja wieder.

    Nur soviel zu deiner Frage nach der Haltbarkeit der Ledersohlen: Gerbung und Zurichtung (= wie wurde es nach der Gerbung weiter behandelt) des Leders tun natürlich das ihre dazu, aber es kommt einfach stark darauf an (wie oben schon gesagt wurde), wie und worauf du gehst. Nur auf der Wiese spazieren - ein gutes Paar hält ein Leben lang. Twist tanzen auf rauhem Asphalt - in 30 Minuten ist ein Loch drin.

    Fertigwendeschuhverkaufsstellen werden dir übrigens nur "generische" Modelle bieten. Falls dir das genügt, alles gut. Wenn du mehr willst, musst du sie dir auf Maß anfertigen lassen. Dann kannst du mit Sicherheit auch unter diversen Modellen/Typen (es gibt für die Zeit um 1200 so einiges) und darunter wiederum unter etlichen Varianten wählen.

    Im allgemeinen wohl nicht. Es gibt aber sogenannte "button and loop fasteners", zu deren Beschaffenheit und mögliche Verwendung hat J. P. Wild 1970 geschrieben: https://www.academia.edu/10893987/Butto…1_1970_137_155_

    Es gibt eine Darstellung eines Legionärs in Paenula, deren Verschluß man als "Knöpfe" interpretieren kann, Bishop diskutiert das hier: https://www.academia.edu/2123832/The_Ca…er_reconsidered

    Letztendlich könnte es m.E. aber auch sein, dass die Paenula zugenäht ist und es sich nur um "Zierfibeln" handelt. Anderweitig scheinen Knöpfe nicht aufzutauchen.

    Ja, richtig. Das war wohl im alten Roman Army Talk Forum :-).

    Das Kästchen ist mit Niello und Silber eingelegt lt. eben diesem Artikel. Der Originalartikel (Ludwig von Urlichs, Römische Arzneikästchen, in Bd. 14 (1849): Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande, findest du hier: https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/bjb/issue/view/2817) spricht auch noch von "einem röthlichen Metall, etwa Kupfer". Also tauschiert, nicht bemalt. Wie die anderen +/- 4, die ich bisher kenne.