Moment es ist ein bisschen anders als wir uns heute alle vorstellen.
Ich wage sogar so weit zu gehen, dass man bei Epileptikern nicht unbedingt eine Dämonenaustreibung versucht hat. Da in verschiedenen Medizinalbüchern mehrere Sachen drin stehen zum Thema Fallsucht. In wie weit die Sachen gewirkt haben, das steht dann auf einem anderen Papier. Ich denke aber auch, dass es individuelle Fälle gegeben hat und zu dem auch abhängig war wo in welchem Land man sich gerade aufgehalten hat. Wo sich gerade gebildete Ärzte und Apotheker aufgehalten haben.
Zu dem frühen Kindstod mit entzündeten Apenditis joa könnte möglich sein. Da eigentlich vermutet wird, dass die rettende OP erst im 19. Jhdt aufkam. Das Problem ist, wir kennen viele Rezepte aber haben keine Ahnung ob das in der Form auch gewirkt hat. Bzw sprechen dem ganzen eigentlich eine Wirkung zu die wir nur vermuten und nicht kennen. Wir wissen auch nicht zu 100% wie viel Anatomische Kenntnisse der Mittelaltermedizinier gehabt hatte. Nehm ich Gallilei als Quelle, dann habe ich einen Menschen der viel über die Anatomie wusste. Der kirche war es nicht erlaubt den Körper zu öffnen. Aber was in Salerno alles gemacht wurde, wurde bis heute noch nicht untersucht.
Dazu nur eines: Bei OPs gab es durchaus Narkose schwämme und nicht wie viele annehmen tatsächlich bei vollem Bewusstsein operiert wie man immer mitkriegt. Daher die Vermutung dass weit mehr OPs durchgeführt wurden als wir heute annehmen.
Als Beispiel wo es wissenschaftlich sogar nachgewiesen wurde, dass es wirkt oder besser wirkt als gedacht: In England hat man eine Augensalbe gegen Gerstenkorn aus dem 10. Jhdt rekonstruiert. Aus den einfachsten Mitteln. Chemiker und Mediziner haben dann festgestellt, dass diese sehr gut wirkt und auch eine große Wirkung gegen den MRSA Keim hat. ( https://www.spektrum.de/news/mit-ochse…n-keime/1436914 )
Ähnlich erging es mir tatsächlich auch, als ich Hustenbonbons nach Ortolf von Baierland machte (13. Jhdt Würzburg) Die Kenntnisse reichen da aus um zu mindestens die Einzelzutaten dann in der Form analysieren können und am Ende dann eine Wirkung zu erzeugen. Letzendlich folgte ein Bonbon daraus was entzündungshemmend schleimlösend und Speichelbildend war. Und noch bei mehr Sachen.
Das soll jetzt kein Loblied auf die Medizin im Mittelalter sein. Aber wir müssen von dem Bild definitiv weg, die konnten weit mehr mit Erfolg behandeln als wir heute annehmen. Und das kommt erst so nach und nach ans Licht.
Für die Epileptiker*innen: Habt ihr ein SOS Anhänger? Gibt es jemanden der dann im ernsten Falle, der weiß was er tun muss? Also Ersthilfe Maßnahmen. - Ich muss einen quasi tragen. Bin quasi aber übergegangen, das modern ins Handy zu speichern. Da stehen alle Notfall daten drin.
Beiträge von gilbert
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Ich hatte die Tee Frage an einen "Apotheker" weitergeleitet und folgende Antwort bekommen:" Aaaalso:
Diverse Kräuteraufgüsse, die man durchaus als Tee bezeichnen kann gab es. Allerdings muss man hier dazu sagen - Dienten nur medizienen Zwecken.
Tee als Pflanze (gilt für Schwarz- Grün- und Weißtee) ist mir bisher noch nicht untergekommen und ich denke hierzu, dass es in Europa nichts dergleichen gab. Auch taucht Tee nicht als Handelsware auf. Obwohl es im 14. Jhdt ein regen Handel über die Seidenstraße und Weihrauchstraße herschste und somit auch diverse Handelsgüter nach Europa kamen.
Kurz: Also Kräutertee in verschiedenen Variationen ja (wurde beispielsweise bei Unwohlsein verabreicht). Schwarzen Tee oder auch Grüner oder weißer ist mir nicht bekannt. "
Vielleicht hilft das weiter!Guten Morgen,
Ich möchte mal hier im Post antworten. Ich bin der von Claudia zitierte "Apotheker".
Im Grunde hat Christa Recht. Allerdings bin ich mir unschlüssig über in den meisten Fällen Wein als Träger genommen wird und nicht anderes.
Warum
- Alkohol als Lösemittel für Wirkstoffe in Heildrogen wirkt anders als Wasser. Dann wird noch unterschieden ob man Warm oder Kalt den Sud ansetzt. Auch in Öl wird es anders abgegeben. Aber das ist weniger trinkbar. mit Alkohol mein ich natürlich Wein Bier und destillierten Alkohol. Auch wenn das nicht so offen kommuniziert wird, ist das durchaus bekannt. Da auch die Lagerung in diversen Gefäßen durchaus Einfluss auf die Qualität der Heildrogen hat. Dazu hat Dioskurides bereits in der Antike schon Abhandlungen geschrieben.
- In den Quellen der Medizin steht in der Regel Mache ein Trank daraus. in einigen Fällen steht Wein dabei. Aber nicht immer.
- Bei den meisten Sachen mit Alkohol spielt die Wärme eine kleine Rolle, da man Honig drin lösen muss. Durch die Wärme entfleucht der Alkohol tatsächlich und man hat dann nur noch quasi alkoholfreiem Wein. Da wäre die Frage: Kann man das dann mit Tee gleichsetzen? Ja oder Nein? Mein Gedanke ist Jain.
Daher denke ich tatsächlich dass es Kräutertees in der Form durchaus gegeben haben kann. Auch bei Früchtetees kann ich mir denken. Da die Diätik ein Teil der Medizin ja auch diesen Teil umfasst.
Zu dem der Zitronensirup und andere Sirupsorten sind im 14. Jhdt auch in Mitteleuropa bekannt, zu mindestens in den Apothekenlisten taucht dieser auf. Ich bin allerdings noch ein bisschen unschlüssig aufgrund der Haltbarkeit: Also die Frage: Wie wurde der gelagert damit er lange haltbar war?
Klar durch Zucker und Zitrone ist es schon mal haltbarer allerdings, in einer Sirupkanne gelagert muss zumindest immer wieder überprüft werden ob Schimmel dran ist. Und die Frage ist auch ob nicht dann eine leichte Gärung zusätzlich angefangen hat. Somit wären Sirups dann leicht alkoholisch. -
Guten Morgen

Das ist ja hier halb wie auf einem Klassentreffen
nur viel geiler.
Schwester Amalia Uhh da fragst mich was. Live war das BC (Before Corona) und Online hatte ich das auch nochmal gemacht.
Aber schön dich hier auch zu sehen.
Thoralf Hiltjuson Ja manchmal kann es ziemlich schnell gehen.
@all Schön euch hier zu lesen.
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Hallo zusammen
Ich bin der Sebastian aus Hessen und ja.

Gilbert kommt tatsächlich aus meiner Anfängerzeit und werde immer wieder mal Bruder Gilbert gerufen.
Das liegt auch an den Darstellungen.
In der Vergangenheit war ich auch als Dominikaner und Schreibstube unterwegs. Im Moment bin ich allerdings mit einer Apotheke um 1320 unterwegs und hab eine bürgerliche Darstellung. Um aber den Bogen zu spannen zur Regionalgeschichte werde ich noch den Benediktiner mit ins Boot holen. Allerdings bleibt die Apotheke dann mit erhalten.
Ich freue mich auf ein regen Austausch mit euch.

Liebe Grüße Sebastian