Beiträge von Claudia Zimmermann

    Sehr schön. Ich werde mich beteiligen.

    Frage:

    Wäre es möglich die Frauen T-Shirt auch mit dem Logo auf dem Rücken anzubieten. Großflächige Motive vorne sind bei etwas mehr Oberweite immer unvorteilhaft.


    Sowohl ungefüttert als auch gefüttert ist möglich. Historisch war Wolle, Seide, Barchent und Leinen möglich. Je nach Geldbeutel und Verwendungszweck.

    Du hattest Taft geschrieben, da liegt vermutlich eine Verwechslung vor.
    Taft ist eine Webart, die historisch wohl in Seide vorkam, kann grundsätzlich aber aus allen Materialen gewebt werden.
    Barchent ist eine Köperstoff aus Kettfaden Leinen und Schussfaden Baumwolle.

    Ich würde eine Schecke immer füttern.


    Es werden Seilbetten und Betten mit Vollboden unterschieden. Das mitgenommene Bett ist eine Ausnahme und kein Reisebett im eigentlichen Wortsinn.
    Die Regel war das Reisen von Herberge zu Herberge in dene Betten vorhanden waren.
    Ausnahmen sind hier Großereignisse, wo Zeltstädte errichtet und eingerichtet wurden. (Landshuter Hochzeit, Kurfürstentag in Mainz)

    In der Regel wurden in den vorhandenen Räumlichkeiten Schlafkapazitäten in den Burgen geschaffen.
    In Nürnberg wurden zu den ohnehin in jedem Winkel in der Burg vorhandenen Betten noch zusätzliche Betten in der Stadt zusammengeliehen.
    Herbergen mussten in vielen Fällen sogar eine Mindestanzahl an Betten vorweisen, um überhaupt Herberge heißen zu dürfen.

    Kaufleute haben auf Reisen oftmals in den extra vor Ort unterhaltenen Häusern gewohnt. In Venedig mussten Sie sogar bis ins 16. Jh. in Fondaco dei Tedeschi wohnen. Was nicht so richtig schlimm ist - glaube ich - es gibt schlechtere Orte.

    An Literatur ergänze ich noch:

    Schrank - Butze - Bett. Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert am Beispiel der Lüneburger Heide
    von Thorsten Albrecht

    und vielleicht kann auch der Blog von Bayreuth 1320 und die Artikel zum Thema Bett und Schlafen weiterhelfen.

    Der Strohsack auf dem Boden ist auch ein Mittelaltermythos und KEIN Standard!
    Wir haben viele Quellen diesbezüglich durchstöbert und es gibt dafür kaum Nachweise für das Schafen auf dem Boden:
    Außer in Notsituationen. zu viele Gäste, die nicht mehr nach Hause konnten oder verschneite Alpenpässe oder Pilgerstau in überfüllten Hospitälern.
    Aber dafür viiiiieeeeele Nachweise für Betten.


    Das ist nachzulesen in : Gastfreundschaft, Taverne und Gasthaus im Mittelalter von Hans C Peyer (Herausgeber), Elisabeth Müller-Luckner (Herausgeber)

    Betten waren eher Immobilien und waren oft auch Inventar des Hauses. Mietwohnungen in Städten waren oft was wir heute möbliert nennen würden. Ein Bett war schon drin. Wer als Hintersasse in ein Hospital einzog hat sein Bett mitgebracht, dieses wurde nach dem Tod weiterverkauft und der Erlös floss ins Hospital. Auch haben Arbeitgeber Betten und Bettausstattung an ihre Angestellten vererbt oder als Hochzeitsgeschenk gemacht.

    Karnevalsbräuche gab es bereits im Spätmittelalter.

    In Nürnberg gab es den Schembar5slauf bereits m 15. Jahrhundert. Die Hamburger Jecken waren wohl später.

    Mehr hier:

    https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/N%C3%B…r_Schembartlauf


    Ein Digitalisat vom Schembartbuch ist im Netz verfügbar und Kostümvorschlägegibt es da auch.

    Ob die aber Deinen Geschmack treffen. 👀


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    Etwas in eigener Sache, aber vielleicht doch für manche interessant:

    Living History trifft Kulturvermittlung in Nürnberg

    Die Termine 2025 stehen fest und es ist spannendes geplant (so wie ich finde)


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    Details gibt es auch hier:
    https://www.timmermansche.de/vorortunterwegs
    oder hier: https://www.timmermansche.de/vorort-unterwegs-kirchenfuehrung
    oder Ihr schreibt mir einfach eine Nachricht.


    Kaufe keine modernen Kochlöffel, denn die sehen anders aus als die historischen.
    Der Laffenansatz der Kochlöffel ist gerade und nicht y-förmig zulaufend. Und die Laffe hat keinen Rand.
    Häufig sind die Löffel aus Ahorn.

    Bei Ulrich Müller - Holzfunde aus Freiburg und Konstanz gibt es u.a. Kochlöffel aus dem 15. Jahrhundert. Auch Spatel, Schaber und Rührhölzer.


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    Ich trage meine Sachen - durch meine Stadt- Kirchen und Museumsführungen - regelmäßig. (Vielleicht kannst Du sie zu Hause tragen. Den Blick des Briefträgers und des Paketzustellers einfach ignorieren.
    Ein gewisser used look stellt sich dann von selbst ein, durch abgescheuerte Saumkanten, Nutzungsspuren auf Gürtelhöhe und bei mir an den Schultern von der Kiepe automatisch ein.
    Ist was verschlissen, dann flicke ich wo es geht. Meine Strümpfe zum Beispiel haben mehrfache Reparaturspuren wie Flicken und Stopfstellen.
    Die "Patina" der Küchenkleidung kommt von selbst beim tun. Die wird dann gewaschen und dann wieder getragen, ausgebessert, wieder getragen ....
    Ich habe einen Satz Arbeitskleidung und Sonntagsstaat - der aber weniger zum Einsatz kommt.


    Schau mal ob Du über Archive.org den Catalog der Kochbücher-Sammlung von Theodor Drexler findest.
    Die Sammlung ist nach Datum sortiert und da sind ausreichende Titel für das 18. und 19. Jahrhundert drin und dann solltest Du weitersuchen können.

    Ich kann weiterhelfen mit:

    17. Jahrhundert: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, Bibliothek alter kulinarischer Werke 1681

    Fürs 18 Jh. kann habe ich: Das Kochbuch der Ursulinen von 1716 und das Kochbuch der Maria Khumperger als Transkription. Da kann ich gerne mal für Dich schauen.

    Dann gibt es das Augsburgische Kochbuch von OPHIA JULIANA WEILER -
    1. Auflage im 18. Jahrhundert. Es wurde in vielen Auflagen bis ins 20. Jahrhundert herausgegeben.

    Fürs 19. Jahrhundert ist vieles im Netz zu finden.

    Solltest Du Transkriptionshilfe brauchen, dann melde Dich.

    Deine Nachricht ist angekommen, bin aber noch nicht dazu gekommen.

    De Timmermansche war im Fernsehen.

    Gemeinsam mit dem dem Bayrischen Rundfunk Redaktion Franken ist ein
    schöner kleiner Beitrag, so ganz ohne finsteres und dreckiges Mittelalter entstanden.

    Zu sehen war es in der Frankenschau am 17.11.24. Die Sendung ist über die Mediathek abrufbar. Der Beitrag "Zeitreise: kochen wie im Mittelalter" beginnt in der 24. Minute.

    Frankenschau: Eisenbahn | Höhlenkontrolle | Adventsdeko - hier anschauen

    Ein 2. Beitrag wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch gezeigt. Ich melde mich, wenn es dazu einen Link gibt.

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    Das liegt vermutlich zum großen Teil daran, dass der 'used Look' gerne so verpönt wird.

    Ich weiß, wir kommen da ein wenig vom Thema ab, aber genau dazu hatte ich mir gestern Gedanken gemacht - vom Gefühl her ist es eher gegenteilig. Ich sehe sehr viel Abgegriffenes, in die Jahre gekommen, nie wirklich ersetzt, ausgebleicht. Bei einer militärischen Darstellung im Feld: super. Für einen ärmlichen Unfreien: super.
    Aber eben nicht für einen Bürger von Stand, Kaufmann, Ministerialen, Ritter, Söldner, was-auch-immer.

    Als Stadtbürger von mittlerem Rang und Stand würde ich mich persönlich hüten, mit abgeranzten Klamotten rumzulaufen. Selbst auf einem "Feldzug" - oder eben sogar gerade da! -ist die Kleidung in Ordnung zu halten. Damals wie heute. Aus mehreren Gründen.

    Und da sind wir bei einem anderen Thema da ich in der Darstellung sehe:
    zu viele Bürger von Stand, Kaufleute, Ministeriale, Ritter und Söldner, zu viel Adel
    zu wenig Einwohner, Bauern, Knechte, Mägde ....
    Wo doch diese einen weitaus größeren Anteil der Bevölkerung genau dieser Personenkreis ausgemacht hat.
    Warum das so ist? Haben wir ja schon an anderer Stelle besprochen und ich bin nach wie vor der Meinung, dass niedere Darstellungen mit Anfängern im Hobby assoziiert wird.
    "Fang mal mit einer einfachen Darstellung an"

    Ich finde das man used look und used look unterscheiden muss.
    Abgeranzt ist was anderes als gebraucht. Flicken, ausbessern und neu Einfärben sollte viel mehr gemacht werden. Es sollte dennoch sauber sein. Wolle verzeiht viel Dreck.

    Wir leben gerade im Umräumchaos.
    Ein Kind ausgezogen.
    Anders Kind neue Möbel.
    Wir neue Regale ( 2m Regel plus ein fast leerer Schrank vom Kind, plus eine alte Kommode von mir) weil wir ja ein Zimmer mehr haben ....
    und dann, ja dann werde ich die aktuell in der ganzen Wohnung verteilten Sachen an einem Ort lagern.

    So zumindest der Plan.
    ... ein guter Plan!
    :smiling_face:

    ... die Hoffnung stirbt zuletzt.
    :grinning_squinting_face:

    ... läuft dann aber vermutlich ähnlich wie: mach ich im Winter.
    :upside_down_face:

    So etwas finde ich aber irgendwie nur bei italienischen, tschechischen, polnischen Gruppen, die sich mit dem 14. Jahrhundert beschäftigen, die deutschen LH-Darstellerinnen und -Darsteller sind dagegen fast schon monochrom.

    Hat das einen besonderen Grund?

    Die 14. Jh. LH-Szene in Deutschland trägt Mehrheitlich pflanzengefärbte Stoffe. Bei gemusterten Stoffen bedeutet das: Garnfärbung und Handgewebt. Die ersten haben schon damit angefangen, die Durchsetzung wird also folgen. Ein überproportionales Vorhandensein von gemusterten Stoffen wäre aber auch wieder ein Zerrbild. Wieviel der musealen Darsteller tatsächlich gemustert rumlaufen werden, bleibt spannend.

    (Ich zum Beispiel wollte mir ein gestreiftes Kleid weben lassen, habe aber nun wieder davon Abstand genommen und lasse nur handweben und anschließend färben - um genau diesem Effekt entgegenzuwirken.)

    Bei der tschechischen Szene weißt ich es zufällig: Hier wird weniger Wert auf die Färbung (und auch auf die Zusammensetzung) gelegt. Ich hatte im Sommer ein interessantes Gespräch mit ein paar tschechischen Darstellern, die mir meinen Eindruck aus erster Hand bestätigt haben. Da ist viel Brokat der Glänz und bis auf wenige Ausnahmen ist es Polytier, die wenigsten Wollstoffen sind pflazengefärbt. Der Wow Eindruck kommt oft durch Adelsdarstellungen und eine große Anzahl an Menschen. Auch haben viele der Gruppen einen professionellen Fotograf dabei und dann schauen die Bilder halt auch noch mal so gut aus.

    Und selbst erlebt: 500 Bilder einer VA und auf keinem arbeitende, schwitzende Menschen zu finden,