Beiträge von Tristan von Neumann

    Erst nach dem Ende des 30jährigen Krieges gab es wieder ordentliche Musik.

    Hier was ganz was Feines von Heinrich Schütz, der das Werk vermutlich im Alter von 75 Jahren schrieb,

    kurz bevor er in den Ruhestand ging (er wurde dann noch 87 Jahre alt):

    Die "Historia der Geburt Christi", mit der ganzen Weihnachtsgeschicht,

    als schönes Livekonzert mit authentischen Instrumenten, und weiteren

    früheren Werken, die teils aus der spärlich besetzten Musik während des Krieges stammen,

    oder zumindest nicht angemessen aufgeführt werden konnten.

    Das bietet einen tollen Überblick der Musik von Heinrich Schütz,

    den man auf jeden Fall kennen sollte.

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    Wer sich mal eine ganz prächtige Christmette (protestantisch) ansehen will,

    dem sei diese absolut geniale Aufnahme ans Herz gelegt.

    Der 30jährige Krieg war noch nicht so weit fortgeschritten, und man hatte

    noch die Mittel für richtig fette Musik.

    Paul McCreesh hat für dieses Konzert eine riesige Menge an hochkarätigen Instrumentalisten

    (mit authentischen Instrumenten!) und Sängern, sowie Musik von Michael Praetorius zusammengestellt.

    Audiophile vollwertige Lautsprecher und ein Projektor oder großer Fernseher sind wärmstens empfohlen,

    um die Atmosphäre einzufangen.

    Wünsche Euch allen damit ein Frohes Fest.

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    Voraussetzung für ein Feuer ist immer noch trockenes Holz und das hat nicht jeder einfach so dabei...

    Nicht aus dem Mittelalter, aber schon ziemlich alt ist der Kelly Kettle. Funktioniert auch mit feuchtem Holz.

    Der Trick: die Feuerschale steht unter einem sich verjüngenden Kamin, und der Kamineffekt ist so stark,

    dass selbst feuchtes Holz (auch frische kleine Zweige) sehr schnell trocknet und anfängt zu brennen.

    Hab ich selbst ausprobiert.

    Ob es solche Tricks im Mittelalter auch gab?

    Pilger unterwegs, Säumer in den Bergen, Hirten auf offenem Feld, Fuhrleute mit offenem Wagen...

    Das sind doch alles geplante Umgebungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich nicht vorher Gedanken über sowas machen und keine Lösungen haben.

    Der verwöhnte verweichlichte Städter von heute, bei dem kann ich mir vorstellen, dass er nicht auf Wetter vorbereitet ist, aber die Leute früher?...

    Wer ein grobes Bild davon haben möchte, wie miserabel ein Marsch durch mieses Wetter ist, dem empfehle ich den ersten Teil von Nordwest Passage von Kenneth Roberts!
    Es gibt ein paar Hinweise auf imprägnierte Stoffe im MA, aber ich habe das entsprechende Buch leider noch nicht durch.

    Geht's hier um Abenteurer oder um normale Menschen in der Umgebung von Dörfern und Städten?...

    Klar, was ich gesagt habe, gilt nicht für Abenteurer...

    Wahrscheinlich hatten die Leute früher genau so selten dasselbe Problem wie wir heute.

    Wer kommt schon in einen Regen und findet dann garnichts zum Unterstellen?

    Wer auf Reisen ist, der wird dann halt ein Camp aufschlagen.

    Und wer nicht auf Reisen ist, wird wohl nicht stundenlang laufen müssen.

    Selbst wenn man dann nass ist - am Ende gibt's ein schönes Feuer und man kann die Sachen trocknen.

    Wie sieht's denn mit Fell aus? Wenn ein Mantel innen mit echtem Pelz gefüttert ist, wie viel Wasser kommt dann noch durch?

    Es gibt ja Pelze die man verarbeiten durfte, egal welchem Stand man angehörte.

    Da wird es doch sicher praktische Anwendungen gegeben haben?

    Man brauch keine Einladung unbedinkt für diese Sendung, man kann gerne auch Eike anschreiben.

    Das Format hat auch nicht nur mit dem Mittelalter zu tun, sondern bespielt alle Epochen.

    Achso :smiling_face: Ist er denn hier im Forum, oder hat jemand eine Emailadresse für mich?

    Mach ich gerne. Ich kann gerne die Übergangszeit zwischen Mittelalter und 16. Jh. machen,

    da kann ich auch gerne was spielen und zeigen, und es gibt noch viel mehr Bildquellen.

    Da bin ich mal gespannt :smiling_face:

    Die Laute ist jedenfalls weder mittelalterlich, noch frühneuzeitlich.

    Ok, ich verstehe, dass man mit wertvollen Instrumenten nicht in Lager- und Marktsituationen herummatschen will. :smiling_face:

    (Wobei es durchaus stabile mittelalterliche Instrumente gäbe, die man recht einfach bauen kann, indem man sie

    aus einem Stück Holz aushöhlt.)

    Bisschen später, aber das sind recht einfach Gerichte, aus dem Würzburger Kochbuch.

    Hecht, Aal, Lachs und Stockfisch. Die teuren Gewürze kann man sicher ersetzen

    mit Kräutern aus dem Garten.

    |17:1| Von gefuelten hechden.

    |17:2| Gefuelte hechede sol man also machen: man neme gefuege hechede

    |17:3| vnd schuepe die vnd loese in abe den darm zvo den oren vz. nim

    |17:4| vische, welcher kuenne sie sin, vnd suede sie vnd lazze vz daz

    |17:5| gerete, stozze sie in eime moerser, hacke dar zvo salbey, pfeffer,

    |17:6| kuemel vnd safran gestozzen, saltz sie zvo mazzen, da mit fuelle

    |17:7| man die hechde vnd besprenge sie vzzen mit saltze. backe in vf

    |17:8| eime huelzinen roste vnd brat in gar schone.

    |17:9| Conf. Also mahtu in auch machen mit eyern.

    |18:1| Von frischen elen.

    |18:2| Nim frische ele vnd wasche in abe den slim mit kalter aschen,

    |18:3| loese in abe die hut bi dem haupte vnd zvech die nider bis an den

    |18:4| zagel. hacke salbey vnd petersilien vnd tuo dar zvo gestozzen

    |18:5| ingeber, pfeffer, enis vnd sa(l)tz zvo mazzen. wirf vf die ele vnd

    |18:6| zvehe die hut wider veber. besprenge die ele vzzene mit saltze vnd

    |18:7| brat sie gar vf eime huelzinen roste vnd gib sie hin.

    |19:1| Diz ist ein guot spise von eime lahs.

    |19:2| Nim einen lahs, schabe im abe die schuopen, spalde in vnd snit in

    |19:3| an stuecke. hacke peterlin, selbey, nim gestozzen yngeber, pfeffer,

    |19:4| enys, saltz zvo mazzen, mache eynen derben teyk noch der groezze

    |19:5| der stuecke vnd wirf daz krut vf die stuecke vnd bewirke sie mit dem

    |19:6| teyge. kanst du sie gestemphen in ein forme, daz tuo. so mahtu

    |19:7| machen hechde, foerheln, brasmen, vnd backe ieglichez besunder in

    |19:8| sime teyge. ist ez aber eins fleischtages, so mahtu machen huenre,

    |19:9| rephuenre, tuben vnd vasande mahtu machen, ab du hast die formen,

    |19:10| vnd backe sie in smaltze oder suet sie in den

    |19:11| formen. nim von den bruesten der huenre oder ander guot fleisch,

    |19:12| so wirt die kunst deste bezzer vnd versaltzez niht.

    |20:1| Diz sagt von eime stoc vische.

    |20:2| Nim einen stoc visch, do niht garst insi, tuo im die hut abe, weich

    |20:3| in in kaltem wazzer eine naht vnd nim denne hervz vnd druecke

    |20:4| in in ezzig also daz er blibe gantz, binden vf zwo schinen vnd

    |20:5| lege in vf einen huelzinen rost, strich daz feuer dar vnder allenthalben,

    |20:6| daz er erwarme, laze in wol belaufen mit butern. dor noch

    |20:7| mache einen schoenen teyk mit wizzem melwe vnd mit eyern, dor

    |20:8| zvo tuo gestozzen pfeffer oder ingeber oder ein wenic saffrans, saltz

    |20:9| zvo mazze, sprengez vf den visch, als der visch gar heiz si, so slahe

    |20:10| den teyg dor vf mit eime swanke, riche vaste koln dor vnder, daz

    |20:11| er rot werde, also tuo daz e du in abe nemest vnd betrauf in veizt

    |20:12| mit butern vnd gib in hin.

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    Gestern habe ich eine Gänsefeder (glaub ich), die ich mal gefunden hatte, und die jahrelang herumlag, zu einer Schreibfeder geschnitzt.

    Das ging ziemlich leicht und das Ergebnis ist recht gut. Für das Video aus dem das Bild stammt, konnte ich sie nicht richtig halten,

    die Tinte fließt etwas gleichmäßiger, wenn man den Winkel beachtet.

    Wahrscheinlich ist es sehr wichtig, eine gut gealterte Feder zu benutzen, oder sie mit heißem Sand zu härten, bevor man sie zuschneidet.

    Bei Wikingern mit großen Bärten haben sich sicherlich auch spontan Bartperlen gebildet, wenn beim Schlabbern

    mal was danebengegangen ist.

    Man könnte jetzt spekulieren, dass diese eingetrockneten Bartperlen anzeigen, dass der Mann genug zu essen hat,

    weshalb man sie stolz getragen hat, statt sie zu entfernen.

    Später hat man dann künstliche Bartperlen eingeflochten, um den Eindruck von Reichtum zu erwecken.

    Kleiner Scherz :smiling_face:

    Hattest Du nicht sogar schon eine Vorlage gefunden ?

    Ja, das hat sich bei näherer Recherche aber nicht so als sinnvoll erwiesen, da ich ja nicht nur aus zwei Musikquellen spiele, die zum damaligen Zeitpunkt erschienen waren.

    Und die Kleidung war dem nicht angemessen, weil es sich um eine Allegorie handelt und nicht um Alltagsdarstellung, da weiß man nicht so recht...

    Aus der Textil-Ecke kommend und relativ unmusikalisch frage ich mich wie ist Musik überliefert ?

    Seit wann gibt es Noten (oder ähnliches), woher weiß man welche Musik es damals gab ?

    Musik ist wandelbar wie Sprache, sie klingt und verklingt, und hat man kein gutes Ohr/Gedächtnis ist sie weg wenn sie verklungen ist.

    Ist also das was wir heute für mittelalterliche Musik halten reine Fantasy ?

    Ich stelle mir das ähnlich schwierig vor, wie historische Rezepte nachkochen, deren Zutaten man kennt aber nicht die genaue Zusammensetzung, das Ergebnis wird also dem heutigen Geschmack entsprechen, egal wie exotisch es wirken mag. Bei Musik ist es vermutlich auch so ?

    In der Tat gibt es sehr viel aufgeschriebene Musik auch aus dem Mittelalter. Je jünger desto mehr, natürlich.

    Wie genau die Aufzeichung ist, variiert auch. Komplexere Musik muss genauer aufgezeichnet werden.

    Man kann alte Noten im 16. Jh. recht gut lesen, vorher ist etwas kniffliger, weil man erst einmal einige Taktzeichen und Eigenheiten der Aufzeichnung lernen muss.

    Diese sind allerdings bekannt (es gibt ja auch theoretische Schriften).

    Schwieriger wird es beim Klang von Instrumenten. Viele sind nur von Bildern bekannt, und man muss selbst herausfinden, wie man sie so baut, dass sie schön klingen.

    Für manche Tasteninstrumente gibt es Bauanleitungen, z. B. von Arnaut de Zwolle sind verschiedene Anschlagsmechaniken für Tasteninstrumente überliefert.

    Z. B. eines mit Hammermechanik:

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    Und ein frühes Clavichord mit Tangenten:

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    Ab 1500 gibt es erst den Musikdruck - nach dieser Zeit bildet sich auch ein Markt mit verschiedenen Verlagen in ganz Europa.

    Die Musik des 16. Jahrhunderts lebt sehr von Improvisation, für die man bestimmte Kenntnisse erwerben muss (auch dafür sind gedruckte Bücher erschienen :))

    Die meiste anachronistische "Marktmusik" aus dem 16. Jh. wird ohne diese Improvisationen gespielt, was nicht ganz authentisch ist (abgesehen von der falschen Epoche).

    Hier eine kleine Doku über die Improvisationslehre von Ganassi, die erst in den letzten Jahren wirklich verstanden und angewandt wurde.

    Davon können Marktmusiker, die Musik um 1530-1550 spielen, etwas lernen:

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    Musik schriftlich auszudrücken versuchte man schon im antiken Griechenland, allerdings ging diese Methodik dann schon zu römischen Zeiten wieder verloren.

    Allerdings wurde die Musik wiederentdeckt :smiling_face: Die Zeichen bedeuten sehr genau die Töne auf den Silben, so dass man anhand der eindeutigen Sprachbetonung im Altgriechischen die Musik wieder aufführen kann. Die Ergebnisse sind recht unterschiedlich, aber so unterschiedlich nun auch wieder nicht.

    Sehr gut erhalten sind zwei Hymnen in Marmor :smiling_face:

    Das EMA-Projekt hat sich eingehend damit beschäftigt:

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    Eine andere Version kann man hier hören:

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    Das Seikilos-Lied ist sogar relativ spät (wie neuere Forschung nahelegt), also Spätantike.

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    Regelrechte Liederhandschriften gibt es wohl etwa seit dem 14. Jhdt., zuerst noch ohne Melodie (zB die Manessesche Liederhandschrift), später dann mit Notation, wie das Glogauer oder das Wienhäuser Liederbuch. Bis die Melodien im 15. Jhdt niedergeschrieben wurden haben sie sich also nur mündlich überliefert

    Das ist zum Teil richtig. Für einfache weltliche Musik mag das gelten, aber es gibt auch schon frühere Musik von hoher Qualität, z. B. die Chansons von Guillaume de Machaut, oder die Musik von Landini. Wie aber üblich ist das keine Musik, die man mal eben auf einem Markt vorfindet.

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    Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass die aufgeschriebenen Töne meist nicht alles beinhalten, was bei der Aufführung gemacht werden soll. Improvisation ist bis ins 18. Jahrhundert sehr wichtig, und das Fehlen dieser kann die Musik manchmal langweiliger wirken lassen, als sie wirklich war.

    Ausnahmen vielleicht die sehr genau notierte Musik um 1400 eines bestimmten Genres, das viel später "Ars Subtilior" genannt wurde.

    Die Handschriften sind teils sehr aufwändig und auf Optik getrimmt, nicht unbedingt auf einfache Lesbarkeit.

    Hier ist eine schöne animierte Musik von Baude Cordier:

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    der tudor tailor ist gut. Musst dir halt die passende kelidung zu den Abbildungen aus italien raussuchen.

    Ich vestehe nicht ganz... auf der Seite wird ausschließlich Englische Mode verschiedener Stände präsentiert.

    Wird in dem Buch denn dann ganz Europa behandelt? Das Buch ist sehr teuer und entspricht schon einem Großteil des

    Budgets für die Stoffe die ich kaufen will. Schnittmuster und Nähanleitungen sollten dann auch drin sein, sonst

    kann ich mir auch einfach Bilder aus dem Netz aus der entsprechenden Zeit raussuchen. Zum Tüfteln und Verschnitt

    ist aber auch wenig Spielraum.

    Tudor-Sachen gibt es genug, sogar auf Youtube, weil das Thema in England eher populärer ist. In Deutschland immer nur Mittelalter und Landsknechte...

    Ich suche halt mehr was über Deutschland 1520-50, und wenn es das gibt: Norditalien.

    Da sieht es irgendwie sehr düster aus, auch wenn man über Gemälde einige Sachen erkennen kann.

    Vielleicht hast Du da auch noch einen Tipp.