Erfahrungswert: meine Leinenunterkleider sind, feucht aufgehängt, im Nu trocken. Wolle dauert deutlich länger. Nicht umsonst muss man Leinen für die Rasenbleiche, die feuchtes Leinen erfordert, regelmäßig nachfeuchten.
Beiträge von Katharina de Lo
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Mit einer Rasenbleiche kriegt man Leinen schon ziemlich weiss - ist alles nur eine Frage der Zeit. Feuchtes Leinen auf einer Wiese in der Sonne trocknen lassen und dabei immer wieder mit Wasser gesprengen, das sorgt für eine chemische Reaktion von Wasser, Sonne und Sauerstoff aus dem Gras die Wasserstoffperoxid freisetzt. Letzteres ist ein recht effektives Bleichmittel, das heutzutage als "Oxi-Clean" oder ähnliches aus der Dose kommt.
Diese Technik spiegelt sich heute noch vielerorts in Strassennamen wie "Große Bleiche" und war bis ins späte 19. Jhdt. in Gebrauch, wie zB das Gemälde "Die Rasenbleiche" von Max Liebermann aus dem Jahr 1882/83 zeigt. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Rasenbleiche )
Einen zusätzlichen Effekt macht hier die zum Waschen verwendete Lauge, wie in diesem Blogartikel recht gut beschrieben wird:
https://distillatio.wordpress.com/2014/01/15/ble…_medium=organic -
Katharina de Lo hat einen neuen Termin erstellt:
TerminMittelalterey zum Sommer, 24321 Lütjenburg
Samstag, 25. Juli 2026 – Sonntag, 26. Juli 2026 24321 LütjenburgKatharina de Lo9. Juli 2026 um 15:36 Zitat -
Ich verwende eine Seidenschnur die ich aus etwas dickerem Seidengarn gemacht habe - die Technik nennt sich Dünteln oder Fingerknüpfen.
()Externer Inhalt www.youtube.comInhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.Seide filzt nicht und durch die Kordelstruktur ist das Band nicht mehr allzu rutschig.
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Ich habe ziemlich lange Haare, die ich meist zu einem Zopf zusammenflechte (wenn man ein dünnes Band in das untere Drittel des Zopfes mit einflechtet und damit das Zopfende zusammenbindet kann man sich auch das moderne Haargummi sparen). Dieser Zopf hängt dann unter dem Schleier heraus oder ich verstaue ihn in einer Beutelhaube (viele sagen auch "Birgittahaube" dazu). Diese Haube eignet sich auch prima als Basis für Rise (das ist das Tuch unter dem Kinn) und Schleier, beides kann man sehr gut an der Haube festnadeln.
Das sieht dann so aus:
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Wer sagt, dass die benutzt wurden? Die sehen ja auch sonst ziemlich wenig gebraucht aus....
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Zumindest hat sich da schon mal jemand an einer Replik versucht:
https://whiljascorner.wordpress.com/2016/06/22/the-trossfrau-sock-ii/Ich kann mir das als Schonmaßnahme für die Wollstrümpfe vorstellen - dann färbt das gefärbte Leder der Schuhe beim Tragen nicht so sehr auf die Wolle ab.
Es sieht auf den Fotos so aus als lägen die Nähte außen - das würde für mich für ein Tragen zwischen Strumpf und Schuh sprechen.
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Also ich hab jetzt mal die Kreuzfahrerbibel durchgeflöht (ich weiss, französisch, aber immerhin zeitlich halbwegs für Dich passend) und dort finden sich, wenn überhaupt ein Lanzenbanner an der Lanze dran ist, weitgehend das Modell mit 2 Zipfeln, gelegentlich auch größere, viereckige, die weiter am Lanzenschaft herunterreichen. Beide Modelle sieht man schön rechts untern auf dieser Seite:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…2C_fol._20v.jpg -
Da gehts ja schon mit der Geburt Jesu los - laut Lukasevangelium war der Zensus, aufgrund dessen Joseph und die schwangere Maria nach Bethlehem aufbrachen, zu der Zeit "als Quirinius Landpflger in Syrien war" - das wäre dann im Jahr 6 n. Chr. gewesen. Sowohl bei Lukas als auch bei Matthäus ist aber davon die Rede, Jesus sei zu Lebzeiten von Herodes dem Großen geboren. Der starb aber schon 4 v.Chr.. Da kann also schon was nicht stimmen....
Was Deine Eingangsfrage nach einem Buch zu diesem Thema angeht, Grimmbold - beim Wühlen in diesem Kaninchenbau (wieso nur eigentlich lass ich mich von Dir immer wieder in solche Lagomorphen-Behausungen reinziehen...?
) bin ich auf folgenden Titel gestoßen, der wohl ein Standardwerk für den Kontext neutestamentarischer Texte sein soll:F.F. Bruce: Zeitgeschichte des Neuen Testaments, Band 1+2
Vielleicht hilft Dir das ja ein bisschen weiter.
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Meinst Du jetzt den zeitlichen Kontext der beschriebenen Ereignisse oder den zeitlichen Kontext in dem die Texte niedergeschrieben wurden? Da wirds schon schwierig...und wenn man dann auch noch berücksichtig wann und unter welchen Umständen die Texte wie oft übersetzt wurden...
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Ich säume den Ausschnitt genau wie Ärmel und Saum - zweimal umschlagen und mit Überwendlichstich festnähen.
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Thomas von der Hube Nur keine Hemmungen, ich glaube Du traust Dir viel weniger zu als Du könntest. Aber wenn dann Deine Seelenruhe gewahrt bleibt und wenn es wirklich nur darum geht erstmal was zum Anziehen zu haben kannst Du ja auch erstmal den einfachen Ärmelschnitt machen. Komplett ausschliessen würde ich den zumindest für die erste Hälfte des 13. Jhdt. noch nicht. Und beim nächsten Kleid machst Du in Ruhe einen Probezuschnitt mit dem moderneren Ärmelmodell aus einen billigen Baumwollstoff, da kannst Du so lange rumprobieren bis es passt...
Was Deine Gedanken zu Elisabeths Kleid angeht: sowa wie Hofschneider oder überhaupt professionelle Schneider gab es zu der Zeit noch nicht, Dieser Beruf entwickelt sich erst mit den komplizierteren körpernahen Schnitten im 14. Jhdt. Im 13. werden Elisabeth und ihre Damen die Kleider noch weitgehend selbst hergestellt haben. In den Ritterepen ist tatsächlich auch recht oft davon die Rede dass die Damen des Hofes für die Ritter bzw. hochgestellte Gäste eigenhändig Kleider genäht hätten... Die "Gewandschneider" von denen es auch im 13. Jhdt. schon Erwähnungen gibt waren eher Zwischenhändler, die das Tuch in großen Mengen einkauften und als Abschnitte an den Endverbraucher weiterverkauften. Mit Schneiderei im Sinne von Nähen hatten die nichts zu tun.
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Vorsicht mit Frau Thursfield, die ist
a) nur mit Vorbehalt für Kontinentaleuropa zu übernehmen
b) in ihrer Konstruktionsbeschreibung für Ärmel....nunja....schwer nachvollziehbar. Ich zumindest bin dran gescheitert. Ob sich da in der neuen Ausgabe was geändert hat entzieht sich leider meiner Kenntnis.Aber vielleicht hat Katharina de Lo ja eine Quelle dazu.
Da wäre zB das bereits erwähnte Bußkleid der Hl. Elisabeth (1207 - 1231), Der Ärmel zeigt schon die charakterstische geschwungene Oberkante:
https://tempora-nostra.de/schnitt_historisch.shtmlIch glaube aber dass Du und Ulf grade nicht dasselbe unter "Armkugel" versteht... Ulf Meinst Du vielleicht den Grande Assiette-Ärmelschnitt? Dann hättest Du recht, das ist ein typisches SpäMi-Ding. Aber den meinte Thomas sicher nicht.
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Eine ganz schöne Anleitung für die Schnittkonstruktion und viele Tips und Tricks finden sich auf der Website "Tempora Nostra" der Klostermanns. Gabriele hat sich da wirklich viel Mühe mit den Erklärungen gegeben.
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Ich denke ein Zukauf von Stoffen wäre schon möglich, ich würde aber farblich dann eher Richtung Birkengrün tendieren, das halte ich für stimmiger. Nicht weil Teureres nicht finanziell machbar gewesen wäre, aber wenn "teure" Färbungen, dann nach meinem Gefühl eher für das Sonntagskleid. Bauern waren zu allen Zeiten sparsame Leute, da ist ein Stück Vieh oder Ackergerät eher notwendig als schicke Alltagskleider für die Dame des Hauses...
Vor dem Köper brauchst Du wirklich keinen Schiss zu haben, ich habe schon öfter Köperstoffe verarbeitet und das ist überhaupt nichts Anspruchsvolles, das packst Du locker.
Was den Schnitt angeht: ein gutes Beispiel für einen bescheidenen Kleiderschnitt für den Nichtadel ist zB das Bußkleid der Hl. Elisabeth: Grade Vorder- und Rückbahn, zwei seitliche Geren die bis unter das Armloch reichen, keine Mittelgeren, und ein zugegeben etwas aufwenigerer Ärmelschnitt. In der 2. Hälfte des 13. Jhdt. wandert die Ärmelnaht - übrigens auch beim Mann - von der Ärmelunterseite auf die Rückseite des Arms und die Ärmelgere wird dreieckig statt rautenförmig. Das erfordert etwas Konstruktionsarbeit, aber wenn Du den Schnitt erstmal hast kannst Du ihn immer wieder verwenden. Der Aufwand legt in der Konstruktion, nicht im Nähen. Wenn es dann soweit ist das Du das angehen willst schreib mich gern an, ich kann Dir da helfen.
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Ich hatte, wie TimMG im anderen Thema schon diesen Stoff von Naturtuche im Auge, bin mir aber durch die Einschätzung von Tim unsicher.
Hat diesen oben verlinkten Stoff schon jemand von euch verarbeitet?Von Naturtuche noch nicht, ich habe aber eine vergleichbare Qualität für meine Sommercotteverwendet und bin damit sehr zufrieden. Die Köperbindung war beim Zuschnitt überhaupt kein Problem. Der Stoff franst vielleicht ein bisschen leichter aus als eine angerauhte Tuch-(Leinwand-)Bindung, aber das ist eher marginal. Auch auf den Verlauf habe ich dabei keine große Rücksicht nehmen müssen, allerdings habe ich auf meinen Schnitten sowieso auch immer Vermerke für die Fadenlaufrichtung in der ich zuschneide, das ist allein schon für den schöneren Fall der Stoffe sinnvoll.
Verstehe ich so, dass wir zwischen Köper und Tuch wählen können, was uns besser zusagt.
Genau. Beide Bindungen wären für Deine angestrebte Darstellung völlig in Ordnung.
Im Bezug auf die Stofffarbe wünscht sich meine Frau eigentlich einen Grünton: z.B. sowas im Farbton Hellgrün (Reseda-Indigo)
Das ist, wie schon Thoralf schrieb, eine eher aufwendige Doppelfärbung - die aber für einen wohlhabenden freien Bauern mMn völlig OK ist. Grüntöne lassen sich aber zB auch mit Birkenblättern und einer Weiterentwicklung mit Eisensulfat erreichen, das wäre dann die günstigere Variante. Bei Naturtuche gäbe es die als birkenhellgrün oder birkendunkelgrün.
Von Seidenbesätzen würde ich für eine bäuerliche Darstellung aber Abstand nehmen, auch wenn der Bauer wohlhabend ist.
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