Beiträge von Leopold von Hals

    Ich bin jetzt verwirrt. Suchst du nach Belegen, Beinlinge, an einem Kittel zu befestigen? Wenn ja, dann muss ich dich enttäuschen.

    Danke.

    Wie ich glaube ich schon mal erwähnt habe bin ich kostümkundlich nicht so bewandert, wie Du vielleicht schon bemerkt hast 😂

    Dann werde ich einfach mein "Hosenwams" von früher noch etwas weiterverwenden bis meine neuen Kostüme fertig sind.

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    Ich habe mal etwas rumgestöbert und als Beispiel ein Foto von austriaforum.org verwendet.

    Hier zu sehen ist Katharina von Luxemburg Ehefrau des Herzogs Rudolph IV. Von Österreich.

    Immer wieder fällt mir auf Grabmälern diese Art Zierat auf, mal mit heraldischen Motiven, mal mit einer Reihe von etwas, das man etwa bei armourandcastings als Broschen findet.

    Hat jemand freundlicherweise Literatur zu dem Thema?

    Abseits von Kleidung, Rüstung/Waffen und Alltagsgegenständen bietet das Internet auch wissenswertes über die Entstehung des modernen Bayern, angefangen von den geografischen Gegebenheiten über die Besiedlung seit der Steinzeit, die baiuwarische Landnahme und das Werden der Landgerichte (auf denen viele Altlandkreise bis 1972 basierten) bis mindestens zum 19. Jahrhundert.

    In jedem Heft werden auch die wichtigsten Herrschaftsträger genannt und mit vielen Quellenangaben unterfüttert.

    Leider sind hier nur die vergriffenen Bände vorhanden.

    https://geschichte.digitale-sammlungen.de/hab/online/angebot

    Ich mal wieder...

    Ich hatte ja vor einer Weile eine Frage bezüglich meines Kittels/meiner Cotehardie gestellt und in einem anderen Beitrag meine ersten selbstgenähten Hosen vorgestellt.

    Nach langem Überlegen habe ich mich entschlossen, den "dezent" zu kurzen Kittel etwa auf Taillenhöhe abzuschneiden und, wie es im Schnittmuster als Möglichkeit vorgegeben ist, mit einem angesetzten Rock bis Mitte der Oberschenkel zu verlängern.

    Ist vielleicht nicht historisch korrekt, aber günstiger als das Teil wegzuschmeißen.

    Aber nun zu meiner neuen Frage:

    Bisher habe ich die Hosen an einer separaten Weste angenestelt, würde die aber nun gerne direkt am Kittel befestigen, wie es wohl am bekannten Pourpoint des Charles de Blois gemacht wurde.

    Gibt es dazu Belege oder praktische Erfahrungen?

    Auch von mir ein Willkommen aus der "unteren" Ecke von Niederbayern!

    Meine Frau Anna von Magdeburg und ich wohnen in Simbach am Inn, unsere Darstellung hat ihren Mittelpunkt in Hals bei Passau in der Zeit von 1360-1375.

    Und da du aus der Nähe von Straubing kommst: Wir sind eine kleine Interessengruppe, die sich für die Geschichte der Grafschaft Hals interessiert, wozu, als Erbe von den Grafen von Leonsberg, auch Aiterhofen gehörte.

    Wenn dich die Zeit interessiert können wir dir gerne ein paar Infos zukommen lassen.

    Hosen
    Damit sind die für Männer bis über den Oberschenkel, für Damen bis übers Knie reichenden Wollröhren gemeint, die bei Damen immer, bei den Herren teilweise auch einen Fußteil haben. Für Herren ist statt des Fußteils auch ein Steg unter dem Fuß möglich. Der mittelhochdeutsche Begriff "hosen" entwickelt sich zu dem modernen Wort Hose weiter und daran erinnert noch der etwas altmodische Begriff "ein Paar Hosen" - waren halt ursprünglich zwei Einzelteile. Der heute in der Szene oft verwendete Begriff "Beinlinge" ist eher modern.

    Dazu ist zu bemerken, dass im Englischen die ursprüngliche Wortbedeutung als Bezeichnung für einen Schlauch überlebt hat.

    Jahrelang dachte ich mir, dass die Engländer spinnen, wenn sie mit was Feuer löschen, das wir an den Beinen tragen 😂

    Ich bin kostümgeschichtlich nicht so bewandert, aber zumindest für Männer war der Gardecorps ja ein Reisemantel.

    Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Damen in der Zeit nicht gereist sind, allerdings wird sich die Mode vielleicht eher in Richtung Pelicon oder ähnlichem entwickelt haben, der ja mit der Schleppe doch etwas "wertiger" aussieht.

    Danke, das Wort Schecke wollte mir absolut nicht einfallen.

    Und ja, das Kleidungsstück ist in der Länge sehr knapp, da ich etwas blauäugig gemessen habe.

    Dafür passt es ansonsten mit einer Probeschnürung (meist sieht man die Schecke ja nur geknöpft) wie angegossen.

    Und eine Antwort wie deine habe ich befürchtet.

    Allerdings gibt es im Schnittmusterbogen eben auch die Variante, ab der Taille einen "Rock" anzubringen, weshalb ich eben fragte, ob das nicht auch weiter unten möglich wäre.

    Naja, für kleinere "Mittelalter"märkte wird der erste Versuch reichen und für den zweiten weiß ich 's dann.

    Danke!

    Räumlich spielt sich die Darstellung im Eck Niederbayern-Böhmen-Österreich ab, zeitlich ist der Krieg zwischen Wittelsbachern und Habsburgern um Tirol (1363-1369) der Rahmen.

    (...) die Krempe des Eisenhuts diente ja vornehmlich dazu, Schwerthiebe von oben abzuleiten, was für Ritter zu Pferde eher weniger Gefahr darstellte.

    Richtig. Jedoch kämpften Ritter nicht immer und überall aufgesessen. Für einen Kampf zu Fuss, oder ein Belagerungs-Szenario könnte ein Eisenhut durchaus auch seine Vorteile haben. Mehr Luft, mehr Sicht, mehr Akustik.

    Nur mit den Belegen sieht es halt ziemlich mau aus... ich halte es nicht für ausgeschlossen (siehe mein Verweis auf Kaiser Maximilian) aber die Regel war es wohl nicht. Im Hochmittelalter wohl noch weniger, als in den Jahrhunderten danach.

    Ja, das stimmt, ich persönlich habe auch in der Feldschlacht lieber Eisenhut getragen aus den genannten Gründen, aber ich bin auch keine Pizza, da nicht belegt 😂

    Aber ernsthaft: leider ist die Lage was Quellen und Literatur anbelangt sehr dünn, da zumeist nur "Prunkstücke" erhaltens- und erwähnenswert schienen.

    Und deshalb meine persönliche Meinung: gibts potentiell was auf den Deckel lieber den Eisenhut tragen, zumal der Variantenreichtum etwa im 14. Jahrhundert auch ritterliche Exemplare zulässt statt der einfachen Massenfertigung bspw für städtische Milizen.

    Und ich kann mich erinnern dass in einem der Lehnhart-Bücher der Eisenhut eines französischen Königs abgebildet ist, aber da muss ich nochmal nachschauen.

    Ritter waren in der Regel besser gerüstet als Fußvolk, daher reichte nach abwerfen des Topf-/Kübelhelms oft die eiserne Hirnhaube bzw die Beckenhaube, was man öfter bei Miniaturen sieht; die Krempe des Eisenhuts diente ja vornehmlich dazu, Schwerthiebe von oben abzuleiten, was für Ritter zu Pferde eher weniger Gefahr darstellte.

    Manche Leute haben ihre Siegel während ihre Lebenszeit mehr mals geändert. Dazu haben waren Siegeln nicht erblich. Ich glaube nicht das die wie Wappen gesammelt waren.

    Andererseits, ist Siegelkunde seine eigene Forschungsgebiet. Es gibt bestimmt moderne Werke die Siegeln gesammelt haben.

    Ich bin nur relativ regional unterwegs, dafür aber über einen Zeitraum von 300 Jahren, und ich kenne nur eine Person, welche ihr Siegel mehrmals wechselte: Albert III. von Hals.

    Bis 1268 siegelte er mit seinem Wappen, einem Balkenschild.

    Nach der Heirat seiner Nichte mit Konrad von Haarbach und königlicher Erlaubnis der gegenseitigen Erbfolge wurden im Siegel beide Wappen unter einem Helm mit offenem Flug vereint.

    1280, nach der Standeserhebung zum Grafen änderte sich nur die Siegelumschrift.

    Hast du da weitere Beispiele?

    Ich kenne nur die Siegelsammlung im Kölner historischen Archiv.

    Aber so etwas wie Gelre Wappenrolle in Siegeln wäre toll.

    Problem, nicht jeder Siegelbesitzer hat auch ein eigenes Wappen.

    Gruss

    Christoph

    Prinzipiell stimmt es, dass nicht jeder Siegelbesitzer sein eigenes Wappen hatte.

    Aber durch meine Recherchen kann ich sagen, dass man die Siegel sehr gut unterscheiden kann.

    In unserer Interessenssphäre ist das Ministerialengeschlecht der Hauzenberger sehr präsent, dessen Wappen zwei voneinander abgewandte Halbmonde zeigt.

    Daneben gibt es die Buchberger, die ursprünglich auch auf Halser Lehen saßen und wohl mit den Hauzenbergern verwandt waren und das gleiche Wappenbild mit anderer Tinktur führten.

    Sofern die Siegel aber halbwegs gut erhalten sind kann man den Siegler anhand der Umschrift eindeutig identifizieren.

    Etwas außerhalb der Kategorie, aber vielleicht weiß jemand Rat: Ich hatte zehn Jahre Darstellungspause und trage derzeit unter anderem ein leicht gepolstertes Wams auf, das aber wegen 30kg weniger Gewicht nicht mehr so sitzt.

    Darum dachte ich mir, dass eine gewagte, vorne geschnürte Cotehardie ein gutes "Werktagsgwand" wäre.

    Geplant war, dass sie ein paar Zentimeter unter dem Gesäß endet.

    Hinten tut sie das auch, beim zuschneiden der Vorderteile war ich aber durch den Nachwuchs abgelenkt und nun fehlen sieben Zentimeter aufs Rückenteil.

    Da es schade um den guten Stoff wäre würde ich ungern an der Taille abschneiden und einen Rock mit Geren ansetzen, weshalb ich gerne die fehlende Länge durch angesetzte Zaddeln aus dem gleichen Stoff bereinigen würde.

    Hat jemand eine Idee, wie ich als nähtechnischer Anfänger das möglichst unauffällig hinbekommen kann?

    Das böse "A" ist überall 😂

    Ich persönlich lasse allen ihre Darstellung, wenn sie keinen Schmarrn erzählen.

    Stichwort "Vikings" - Wikinger, die aussehen als wären sie bei der Nachtwache aus Game of Thrones rausgeworfen worden.

    Selbst strebe ich "B+" an:

    Kleidung nach zeitlich passenden Schnitten, Schuhe nach Vorlagen aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, als Materialien Wolle, Leinen, Seide bzw Leder.

    Allerdings habe ich nicht vor, Pelz von Tieren zu verwenden, von denen sonst nichts verwertet wird, und ich hab noch einen herrlichen grünen Polyesterdamast, der vom Muster passt und zu schade zum wegwerfen ist.

    Da wir aber mit unserem Projekt größenwahnsinniges vorhaben braucht es zwangsläufig auch einen Satz "A" - Kostüme, damit wir bei Doba Karlova nicht gleich untendurch sind, wenn wir anlässlich des 650. Jahrestags der Stadterhebungen der halsischen Märkte Hals und Grafenau um eine Abordnung bitten.

    Schließlich war der Onkel und Erbe des von mir Dargestellten "Hofrichter und Tischgenosse" Karls IV.

    Das gute Stück ist zwar für meine Darstellung 23 Jahre zu spät, aber echt schick.

    Willkommen!

    Messing lässt sich ganz gut vergolden :smiling_face:

    Gruss

    Christoph

    Ja, das stimmt allerdings.

    Aber das heb ich mir für ein besonderes Prachtstück auf: Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Servus beinand!

    Ich bin Jahrgang 1977, habe mit etwa 25 Jahren mit "orientierungslosem GroMi" angefangen (6 Meter karierter Stoff und mit Hasenfell umwickelte Kampfstiefel).

    Bald begann ich mich für die regionale Geschichte zu interessieren und fand heraus, dass man nicht in die Ferne schweifen muss.

    So begann ich, einen der Ritter der Burg Hals (bei Passau) darzustellen und fand heraus, dass die Eigentümer ab 1280 durch königlichen Beschluss Grafen waren :fearful_face:

    Also ließ ich mir Klamotten nach halbwegs passenden Schnitten schneidern und begann meine Odyssee durch Bibliotheken, Archive.

    Dabei frustriert besonders, dass die Wissenschaft sich zwar inzwischen mit den Grafen von Hals beschäftigt, aber immer nur Teilaspekte beleuchtet und viele Vasallen und Dienstleute immer noch fälschlicherweise den bairischen Herzögen oder den Passauer Bischöfen zugeschlagen werden.

    Zusammen mit meiner Frau Anna von Magdeburg und drei wackeren Mitstreitern versuchen wir nun, in Niederbayern die Zeit des letzten Grafen von Hals, Leopold (*1338 +1375) wieder erlebbar zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf den geschichtlichen Daten liegt.

    Unsere Darstellung ist nichtmuseal, aber wir arbeiten daran, historische Schnittmuster und Stoffe zu verwenden, wobei wir aber auch bewusst Abstriche in Kauf nehmen, da ein standesgemäßer Plattengürtel aus Gold und mit Edelsteinen verziert weder im Budget liegt noch dem Zweck dient, weshalb wir da auf schnödes Messing zurückgreifen.