Posts by Leopold von Hals

    Ja und was die Resonanz der Anwohner betrifft. Spätestens wenn es zu Lärm, Beeinträchtigung durch Baustelle (weil wer mit seinem Auto wegen Umleitung zum Tennisspielen zu spät kommt. Oder Helimutti Angst hat das ihre Kinder beim Spielen auf der Baustelle sich verletzen könnten (trotz aufgestellter Warnschilder, weil man dem Kind nicht zumuten kann ein Verbotsschild zu lesen) usw. oder gar Kostenbeteiligung wegen Wegesanierung, ist Schluß mit positiv.

    Die Topographie ist eher speziell da die Ruine auf einem Felsgrat 50 Meter über der Straße liegt.

    Der Zugang zur Burg erfolgt über einen zwei Meter breiten Weg vom Marktplatz hoch und ist quasi ein natürliches Hindernis, zumal die Ruine aktuell seit zwanzig Jahren für Besucher gesperrt ist.

    "Habt ihr auch einberechnet das bei der Notsanierung evtl. auch Funde auftauchen können, die dann archäologisch untersucht werden müssen. Diese Untersuchung zahlt ihr dann mit."

    Ja, das ist eingerechnet, wobei wir das Glück haben, dass ein uns zugeneigter Kreisarchäologe uns beim Umgang mit dem Stadtarchäologen unterstützen würde.

    Auf die Antwort auf unser Kooperationsangebot an die örtliche Uni mit dem Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte warten wir noch.

    Die Idee ist sicher schön, allerdings ist bei solchen Projekten meist die Finanzierung die Achillesferse - und ohne zumindest einen hauptamtlichen Leiter und "Hausmeister" geht da höchstwahrscheinlich gar nix. Und der muss bezahlt werden, vom Unterhalt der Anlage und den Baukosten mal ganz abgesehen....
    Dazu braucht es im Normalfall öffentliche Fördergelder und/oder einen finanzkräftigen privaten Förderer.

    Ja, das liebe Geld...

    Die Anträge auf Förderung bei diversen Stellen sind in der Rohfassung, die finale Fassung ist unseres Erachtens erst nach Einschaltung eines Statikers möglich.

    Aber das mit dem hauptamtlichen Leiter ist ein guter Einwand, der in der Kostenaufstellung noch nicht berücksichtigt ist.

    Danke für den Hinweis.

    Euer Enthusiasmus in Ehren, doch stellt euch eine Frage: wie lange wollt ihr das Projekt finanzieren? Eine halbe Million € nur für Kauf, Erhaltungsarbeiten und Sicherung? Das Ganze wollt ihr mit Vereinsbeiträgen finanzieren?

    Zusätzlich wollt ihr auf Pachtland Werte schaffen. Das nochmals einige Millionen kosten wird. Was wenn der Grundstückseigentümer sagt dass ihr gehen müsst? Dann reißt ihr alles wieder auf eure Kosten ab.

    Für mich klingt das ein wenig vertraut. In meinem Wohnort will ein Verein eine Turmhügelburg bauen, rührt fleißig die Werbetrommel. Finanziert werden soll das Projekt ebenfalls durch Vereinsbeiträge, Crowdfunding, setzen zudem auf öffentliche Förderung.

    Problem dabei: Fördermittel werden nach Haushaltslage vergeben und wenn selbst etablierte Projekte um Gelder kämpfen müssen ist für zusätzliche Ausgaben nichts mehr übrig.

    Schöne Idee, nur halte ich solche Projekte ohne finanzkräftige Sponsoren, denen es auf ein paar Millionen nicht ankommt und zudem bereit sind, auf lange Zeit immer weiter zu investieren, für nicht realisierbar.

    In meinem Umfeld bin ich bekannt für meine größenwahnsinnigen Ideen 😅

    Gleichzeitig bin ich nicht naiv.

    Das Vorhaben mit dem Förderverein sollte erst einmal einen Grundstock bilden um die Ruine überhaupt erst zu sichern bevor sie komplett zusammenfällt.

    Und neben den Fördertöpfen von EU, Bund, Land und Kommune streben wir eine Kooperation mit der Universität Passau an, damit zukünftige Geschichtswissenschaftler sich in der Anlage austoben können (und als relativ günstige Arbeitskräfte helfen ), daneben kann auch die örtliche Dombauhütte Lehrgänge dort abhalten.

    Die Umsetzung bleibt aber trotz allem schwierig.

    Im Raum Passau gab es schonmal so ein Projekt, das Keltendorf Gabreta, ich sehe da wenig Zukunft, gebrochene Freundschaften und geplatzte Träume. Leider.

    Ja, Gabreta.

    Die Anlage kenne ich gut und weiß, dass die Idee gut, die Umsetzung schlecht ist.

    Vor drei oder vier Jahren waren wir ein paar Mal dort, weil zu der Zeit eine recht engagierte wissenschaftliche Leitung angestellt war, die dann aber gekündigt hat, weil der dortige Eigentümer alle sinnvollen Maßnahmen blockiert hat "weil die ja keine Gäste in die Wirtsstube bringen ".

    Hier würden wir einen ganz anderen Ansatz verfolgen und den eh schon vorbeiziehenden Wanderern und Spaziergängern ein "Zuckerl" bieten.

    Der Grund, warum dort dann doch kein Café eröffnet wurde ist schlicht der, das außer einem Anbau im Haupttor (zwar innerhalb der Ruine, aber in Fremdbesitz als Wohnung genutzt ) nirgendwo ein Dach ist, von Strom und Wasser ganz zu schweigen.

    Das mit dem Baum kann man über den Denkmalschutz regeln, da innerhalb der Mauern und direkt auf dem Kellergewölbe, das durch die Wurzeln bedroht ist.

    Aktuell ist die Situation so, dass viele Touristen durch das umliegende Naturschutzgebiet "Halser Ilzschleife" wandern und dann natürlich auch die Ruine besichtigen wollen, dann aber vor dem verschlossenen Tor stehen.

    Touristisch und, wie erwähnt, auch seitens der Anwohner wäre also was zu machen.

    Ich weiß, es passt nicht wirklich hierher und entschuldige mich dafür.

    Aktuell steht die Ruine der Burg Hals zum Verkauf. Der Eigentümer hat die Anlage vor über zwanzig Jahren gekauft und wollte dort ein Café eröffnen ohne vorher zu erörtern, ob das überhaupt möglich ist.

    Seither lässt er die Anlage verfallen.

    Rahmenbedingungen:

    Kaufpreis inklusive Nebenkosten ca 200.000€, geschätzte Kosten für die Notsicherung 200.000€, Kosten der "Entgrünung" (im Hauptgebäude steht eine über zwanzig Meter hohe Fichte) 50.000-100.000€.

    Die zuständige Stadt ist an ihrer Geschichte nicht interessiert, so dass man froh sein kann, wenn sie das Vorhaben nicht aktiv behindert.

    Wir haben ein Grobkonzept erstellt, um mittels eines zu gründenden Fördervereins die Immobilie zu erwerben, zu sichern und in einem ersten Schritt die Anlage beschränkt zu öffnen und dabei Informationen aus der Geschichte der Burg zu präsentieren.

    Langfristig soll in der Nähe der Burg ein Areal gepachtet werden, um dort mit Unterstützung der örtlichen Universität ein Dorf etwa aus der Zeit um 1350 aufzubauen.

    Die Resonanz der Anwohner ist grundsätzlich positiv.

    Wie seht ihr das Vorhaben ?

    Von dem Gedanken dass bei gemusterten Stoffen der Musterrapport an den Nähten immer genau stimmen muss sollte man sich getrost verabschieden, denke ich.

    Da bin ich ganz bei Dir, bei erhaltenen Stücken sind oft noch kleine Stoffstücke verarbeitet, die ich beispielsweise nicht mehr verwenden würde.

    Vielleicht ist es aber der bei vielen vorhandene Hang zum Perfektionismus, der einen davon abhält, gemusterte Stoffe zu verwenden?

    Nun ja, ich werde die Augen offen halten nach gestreiften Stoffen, wenn ich mal meinen blau-weiß (nicht! weiß-blau!) Kittel fertig habe, bei dem ich jede einzelne Raute ausschneiden und dann zusammen nähen darf 😵

    Ich bin immer wieder fasziniert, wie sehr sich die Darstellung selbst bei denen, die es ernst meinen von zeitgenössischen Bildern unterscheidet, vor allem im deutschsprachigen Raum.

    Gerade habe ich Zeit mit Pinterest verplempert und viele Darstellungen von Kleidungsstücken gesehen, die nicht nur bunt, sondern gestreift, kariert, liniert (🤣) oder mit floralen Mustern versehen sind.

    So etwas finde ich aber irgendwie nur bei italienischen, tschechischen, polnischen Gruppen, die sich mit dem 14. Jahrhundert beschäftigen, die deutschen LH-Darstellerinnen und -Darsteller sind dagegen fast schon monochrom.

    Hat das einen besonderen Grund?

    Zumal ich mit Stoffhändlern gesprochen habe und die gern mehr anbieten würden, aber gerade in Deutschland der Markt nicht vorhanden ist.

    Mein Steckenpferd sind die Herren und Grafen von Hals, bei denen man den Aufstieg von einem vornehmen Ministerialengeschlecht zum Hochadel ganz gut nachvollziehen kann.

    Angefangen als Ministerialen des Markgrafen Ulrich während dessen Zeit als Passauer "Burggraf" erhielten sie nach dessen Tod die Vogtei über die Güter des Hochstifts Bamberg in Niederbayern und dem westlichen Oberösterreich und stiegen damit in die Liga der Nobiles auf.

    Als bedeutendster Vertreter war der 1280 in den Grafenstand erhobene Albert V. (III. von Hals ) schon in den 1260ern teils vor den Grafen von Ortenburg Spitzenzeuge in Urkunden mit bis zu zwanzig sicher ihm zuzuordnenden Gefolgsleuten.

    Dementsprechend ist es nicht so einfach zu sagen "Ich bin ein einfacher Ritter und brauche nur einen Knappen und einen Knecht".

    Ich persönlich würde mich da an den Regularien für einen eingetragenen Verein orientieren: um den zu gründen braucht man sieben Personen, und das sollte dann auch für einen abhängigen Ritter mit Gefolge reichen.

    Ich habe mir aus den Resten des Stoffs für zwei Paar Hosen einen Kittel genäht der halb Magenta, halb Moosgrün ist, nur um die "Graubraunen" zu ärgern.

    Ich war dann etwas verblüfft als ich auf Pinterest ein Foto aus einer Kirche in Stralsund gesehen habe, auf welchem an den Säulenkonsolen "bewaffnete Bürger Stralsunds" aus der Zeit um 1370 abgebildet sind und einer, etwas verblichen, genau die gleiche Kombination anhat 🤣

    Wenig Geld und historisch korrekt geht, hängt aber vor allem vom eigenen Anspruch ab.

    Natürlich kann man Wollstoff für 40€/m und mehr kaufen und selbst färben.

    Ich selbst fahre ein Mal im Jahr nach Wels /OÖ zu einem großen Textilhändler.

    Da habe ich naturfarbene reine Seide für 20€/m, rote Seide mit 10% Baumwolle zum selben Preis und Wollstoffe, angefangen von 100% Wolle, aber auch mit bis zu 20% Viskoseanteil für je 16€/m ergattert.

    Bei normaler Webart sind die Beimischungen nicht wirklich zu erkennen, sparen aber einiges an Geld.

    Wichtiger sind für mich persönlich der Schnitt und das stimmige Gesamtbild.

    Dazu gibt es in einschlägigen Onlineshops auch immer wieder Aktionen, wo man halbwegs passendes Schuhwerk ab 30€ bekommt.

    Investieren muß man, wenn man "gut" aussehen will, aber so oder so

    Entweder Geld in teure Stoffe und Utensilien oder Zeit für die Suche nach günstigen Alternativen und die eventuell nötige Nacharbeit.

    Gerade im Historismus wurde fleissig verändert und interpretiert.

    Schwierig da wirklich Informationen zu finden ohne sich kritisch damit auseinanderzusetzen.

    Danke.

    Wie schon erwähnt bin ich etwas verwirrt, da es eben auch auf Grabplatten im fraglichen Bereich der Damenbekleidung manchmal sehr kunstvoll ausgestaltete Schmuckstücke zu geben scheint, die bei der sonstigen Detailtreue eher unwahrscheinlich als bloße Borte anzusehen sind.

    Und deshalb fragte ich ja, ob jemand Literaturtipps hat, weil ich mich eben auch kostümkundlich weiterbilden möchte.

    Danke, Plattengürtel und Tassel samt Scheiben habe ich gerade noch erkannt.

    Mir geht es um das, was Du als Borte bezeichnest.

    Klingt für mich insofern logisch, als dass eine Borte in dem Bereich, in dem beim Oberkleid die Knöpfe sitzen wohl weniger nach unten zieht als eventuelle Schmuckstücke.

    Allerdings findet sich auch auf einer der "Weeper" - Figuren auf dem Grab der Katherine Mortimer eine Dame, bei der diese Borte sehr plastisch wirkt.

    Bei den anderen Figuren sind zwar bspw die Knöpfe relativ groß dargestellt, aber trotzdem verwirrt mich das 😂 The content cannot be displayed because you do not have authorisation to view this content.