Ich hab bei woolsome sporadisch schon mal gekauft und ich finde, da kommt’s sehr drauf an. Ich hatte mal Mantel+Gugel aus dem Medium fulled twill (aus recyceltem Material) und war damit eher unzufrieden, weil das Zeug recht kratzig war und so nach altem Dachboden gerochen hat. Den thin twill mag ich hingegen sehr. Ich hab einen Überkittel, eine Gugel und 2 Paar Beinlinge aus dem Zeug und bin damit recht zufrieden, was Haptik und Materialeigenschaften angeht. Außerdem hat der Stoff mit 11 Fäden/cm eine relativ historische Fadenzahl, die ganz okayish mit vielen Funden korrespondiert. Für einen Sommerkittel wärs mir aber auch zu dick; da würde ich eher so zu 300-350gr/lfm raten.
Beiträge von Samuel H.
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Für den diagonalen Fadenverkauf kenne ich keinen Beleg. Sämtliche Funde sind mit dem Fadenlauf geschnitten.
Wie kommst du darauf? Ich hab vor längerer Zeit mal bei Kania nachgeschaut und da findet sich der diagonale Zuschnitt bei diversen erhaltenen Stücken von unterschiedlichen Fundorten über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahrhunderten (10-16.Jh). Ich würde davon ausgehen, dass das im Hoch- und Spätmittelalter unterm Strich eine relativ gängige Methode war, auch wenn sie nicht 100% bei allen Funden immer und überall verwendet wurde (*hust* Pauschalaussagen sind ja immer falsch *hust*).
Der Vermerk, dass die einzelnen Funde diagonal zugeschnitten sind, steht bei Kania im Katalog in den Tabellen unter Schnittyp und findet sich bei folgenden Stücken:
-Der Beinling des Raimond von Toulouse
-Die Beinlinge des Rodrigo Ximénez de Rada
-Fragmente von Beinlingen aus London (Nr.235, 236, 237)
-Die Beinlinge des Bockstenmanns
-Herjolfsnes 88, 89
-alpirsbacher Hose
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Meistens von woolsome oder vom Stoffdealer
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Für die Traumfigur trugen die Männer auch zu der Zeit schon Korsett . Das nenne ich vorweggenommen Gleichberechtigung

Muss tierisch unbequem und jngesund gewesen sein!Also ich schnür mir im 1470er Wams ca 9cm weg und nach so 5-10min merkt man das eigentlich nicht mehr so wirklich.🤓
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Servus,
Ich hab mir vor paar Tagen einen Ringpanzer von Zeughaus gegönnt, den ich jetzt noch etwas überarbeiten und anpassen werde. Allerdings trieft das gute Stück förmlich vor Öl und es ist deutlich mehr, als als Korrosionsschutz wirklich notwendig wär. Daher stellt sich mir jetzt die Frage, wie ich das Teil jetzt entölt kriege.
Was sind eure Erfahrungen mit dem Thema? Habt ihr Tipps?
P.S. Ich werd den Ringpanzer natürlich anschließend wieder mit Ballistol einölen, aber halt nicht in so absurden Mengen.😅 -
Zauberin sorry, ich verstehe die Verwirrung gerade nicht ganz. Ich hab gerade kurz mal über Google Books die entsprechende Passage zum Beinling des Raimond von Toulouse über die Vorschau rausgesucht und da steht auf S.386 wörtlich: „Schnittyp: Beinling, Schnitt schräg zum Fadenlauf, Fußteil“
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TimMG dein genauer Stoffverbrauch kommt kommt etwas auf deine Körpergröße und Maße an.
Ich mach mir gerne im Voraus immer maßstabsgerechte Skizzen auf kariertem Papier, um auszutesten, wie ich meine Einzelteile am besten auf dem Stoff platziere, damit ich den Stoff am effektivsten ausnutze.
Mir haben in der Vergangenheit bei 1,72m Körpergröße mit relativ massiven Oberschenkeln 1,5*1,5m Stoff für diagonal geschnittene Beinlinge mit Fußteil locker ausgereicht und da war dann noch genug Material für eine Gugel übrig. -
Um mal das zu copy pasten, was ich in einem anderen Thread zum Thema schon mal vor längerer Zeit geschrieben hab:
Die Beleglage für den diagonalen Zuschnitt von Beinlingen ist auch in Hoch- und Spätmittelalter echt gut. Laut Kania findet sich der diagonale Zuschnitt bei diversen erhaltenen Stücken von unterschiedlichen Fundorten über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahrhunderten. Ich würde also davon ausgehen, dass das unterm Strich eine relativ gängige Methode war, auch wenn sie nicht 100% bei allen Funden immer und überall verwendet wurde (*hust* Pauschalaussagen sind ja immer falsch *hust*).Der Vermerk, dass die einzelnen Funde diagonal zugeschnitten sind, steht bei Kania im Katalog in den Tabellen unter Schnittyp und findet sich bei folgenden Stücken:
-Der Beinling des Raimond von Toulouse
-Die Beinlinge des Rodrigo Ximénez de Rada
-Fragmente von Beinlingen aus London (Nr.235, 236, 237)
-Die Beinlinge des Bockstenmanns
-Herjolfsnes 88, 89
-Die alpirsbacher Hose
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Servus,
Ich bin gerade mal wieder am Aussortieren, weil mein Bücherregal mal wieder zu voll wird. Die Preise sind erstmal nur zur groben Orientierung, aber ich bin in einem gewissen Rahmen kompromissbereit:
-„Germanen. Eine arch. Bestandsaufnahme“: Ausstellungskatalog von 2020, 70€
-Rolf Tomann, Die Welt der Romanik. Baukunst und Bildkultur im Hochmittelalter 1020-1250, 40€
-Mischa Meier, Geschichte der Völkerwanderung: Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert n.Chr, 50€
-Der Untergang des römischen Reiches, Ausstellungskatalog von 2022, 100€
-Witcher Gesamtausgabe mit allen 9 Bänden, 130€
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Es gibt wohl Erwähnungen bei Sidonius Apollinaris (carm. V 246), sowie bei Prokop (Bell. goth. II 25). Allerdings komm ich gerade nicht dazu, im Wortlaut die Passagen rauszusuchen.
Dagegen spräche allerdings evtl, dass die Franziska Ende des 6.Jh aus dem archäologischen Fundgut verschwindet und ziemlich zeitgleich auf einmal Breitsaxformen auftauchen.
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Das sehe ich ähnlich, auch wenn das jetzt vllt etwas harsch klingt und ich eigentlich niemanden persönlich angreifen möchte:
gerade Schuhe, Keramik, aber auch Kleinkram, wie z.B. Gürtelschnallen oder Messer(scheiden) können schon anzeigen, wie sehr sich jemand bei der Recherche Mühe gegeben hat oder eben nicht.
Auch wenn die meisten Zeiten schon Tutorials für einfache Basisklamotten haben, erkennt man insbesondere an Schuhen oder Keramik, ob sich jemand darüber hinaus die Quellenlage angeschaut hat, weil manche Leute dafür leider einfach das erstbeste nehmen und sich blind auf (leider oft allzu großzügige) Händlerdatierungen verlassen.
Natürlich kann nicht jeder beliebig viel Kohle in eine Darstellung stecken, aber auch eine quellenbasierte, historische Ausstattung muss nicht zwangsläufig super teuer sein. Ich habs auch geschafft meine 1.Darstellung (inkl. Wendeschuhe auf Maß) als Student mit Nebenjob Stück für Stück über ein Dreivierteljahr zusammenzustellen.
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Ich hab den Schnitt der neuen Gugel jetzt mal mit dem der alten verglichen (für die neue hatte ich nämlich den Probeschnitt der alten als Grundlage genommen), um zu sehen, woran es gelegen hat.
Dadurch dass ich oben ein paar cm Material horizontal weggeschnitten hab, um einen noch engeren Gesichtsausschnitt zu bekommen, sind auch die Schlitze, in die die Geren eingesetzt wurden, einige cm mit nach oben gewandert. Ich hätte die Schlitze einfach entsprechend kürzer einschneiden müssen.🙈
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Die Geren sind schon relativ hoch eingesetzt. Das hat sich irgendwann beim Probeschnitt ergeben. Wenn die tiefer eingesetzt wären, wär ich in das Teil nicht mehr reingekommen.
Die Nähtechnik hab ich aus Woven into the Earth. Die findet sich bei den Herjolfsnesfunden vor allem an kleineren Geren bei Ärmeln und Gugeln. Das Prinzip ist relativ ähnlich wie bei der Elisabethnaht, allerdings liegen die Nahtzugaben nicht völlig flach aufeinander, sondern sind jeweils eingeschlagen. Man schlägt die Nahtzugaben am Schlitz einfach nach innen um, steckt die Gere dann fest, sodass sie flach darunter liegt und sich die Nahtzugaben überlappen. Dann näht man die Gere von außen per Überwendlingstich fest, schneidet die Nahtzugabe vom ehemaligen Schlitz etwas zurück, schlägt die von der Gere um (wie bei einer Halben Kappnaht) und näht die Nahtzugaben wieder per Überwendlingstich fest,
Hier wird die Technik nochmal relativ anschaulich beschrieben: https://handcraftedhistory.blog/2021/01/02/how…dieval-garment/
Ich finde diese Nähtechnik echt cool, weil die schöne Gerenspitzen ohne Gefriemel gibt.
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Der Stoff ist von woolsome: https://www.woolsome.shop/product/wool-m…otta-wtv-52-03/
Ist zwar leider nicht pflanzengefärbt, kommt aber Krapp sehr nahe. Hier zum Vergleich das krappgefärbte Nähgarn, das ich verwendet hab
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Servus,
Ich hab mal wieder eine Gugel für die einfache Zweitdarstellung (1340-50, Süddeutschland) genäht.
Beim Stoff handelt es sich dieses Mal um einen handgewebten, angewalkten Wollköper mit einer Fadenzahl 10 Fäden/cm, was ungefähr in dem Spektrum der Funde aus Herjolfsnes und vom Bockstenmann liegt.
Das gute Stück ist -wie immer- komplett handgenäht und vom Schnittprinzip her orientiert an den Funden aus Herjolfsnes bzw. Nockert Typ 3. Den Schnitt hab ich durch mehrmaliges Abstecken mit Billigstoff erstellt, bis es dann irgendwann gepasst hat.
Wie bei den Herjolfsnesfunden liegen die Schulterkeile unter dem Stoff und sind von außen per Überwendlingstich angenäht.
Für Details, wie etwa die Länge der Liripipe, hab ich Bildquellen hinzugezogen. Wobei sie dieses Mal mit 89cm recht lang ausgefallen ist, was mit Blick auf die Gugel vom Bockstenmann aber noch im Rahmen des Belegbaren ist, ohne in absolut modisches Hipstertum abzudriften.
Mit dem Schnitt bin ich ziemlich zufrieden, da die Gugel ziemlich eng anliegt, was dann auch besser wärmt und gegen Wind abdichtet.
Ich komm nur rein, weil der Köper leicht dehnbar ist und muss z.B. auch den Stoff unterm Kinn nach vorne und oben ziehen, um die Kapuze nach hinten abzustreifen.
Für sachliche Kritik und Verbesserungsvorschläge bin ich natürlich offen:)
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Hat sich erledigt; bin fündig geworden.
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Servus,
Ich suche ziemlich dringend 3m Wollstoff (Leinwand oder Köper) in einem Farbton Richtung birkengrün/lindgrün für einen weiten Überrock/Surcot mit Ärmeln. Der Stoff darf gerne angewalkt sein und das Stoffgewicht sollte so bei 380-430gr/lfm liegen. Der Stoff kann, muss aber nicht zwingend pflanzengefärbt sein.
Vielleicht hat ja jemand von euch etwas, das er loswerden möchte:)
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