Beiträge von Yannick Koch

    Ganz konkret geht es mir um meine These egal ob Ministeriale, alter Adel oder Hochadel ... die Menge an Bling Bling war rein vom Geldbeutel abhängig, es gab keine Regel wer was verwenden durfte und wieviel davon. (für andere Bereiche gibt es da ja speziell im Spätmittelalter Kleiderordnungen)

    Sehe ich das komplett falsch ?

    Das sehe ich auch so wie du und Katharina. Ministeriale sind ja auch öfters im Laufe der Zeit adlig geworden. Ebenso können sie auch ähnlich " wichtige" Stellungen haben wie Adlige...bspw. wissen wir dass im Lehnsrat der Grafen von Luxemburg Ministeriale sowie Adlige waren...


    Wie oben schon öfters angeschnitten ist das größte Problem einer glaubhaften Adelsdarstellung Personal. Das kriegst du normalerweise mit einer Gruppe garnicht hin. Je nach Bedarf und Event arbeiten wir normalerweise 2 weiteren Gruppen zusammen. Eine die sich auf Kochen, Banketts etc. spezialisiert hat, die dann auch einen Teil der Dienerschaft stellt (um die 10 Leute) und eine die sich auf das militärische spezialisiert hat ( stellt den Marschall, Soldaten und einen weiteren Teil der Dienerschaft, 15-20 Leute), dazu dann noch wir die dann den Großteil der Adligen stellt sowie noch Bedienstete und Diener (10-15 Leute). So kommen wir aber meist auf 5-6 Adlige mit 30-40 Bediensteten und Diener..

    Die Garnache kommt so etwa ab dem Hochmittelalter auf und ist ein meist umgegürtet getragener vorn geschlossener Überziehmantel mit oder ohne Kapuze, der seitlich ab der Hüfte geschlitzt war und meist offene, pelerinenartig rund geschnittene halblange Ärmel hatte.
    Eine Recherche und Rekonstruktion so eines Kleidungsstückes findet sich zB hier: https://wh1350.at/de/kleidung/kl…unem-wollstoff/ (Quelle=Link)


    Gardecorps

    Auch ein Gardecorps ist eine Mantelform die als Reisemantel ab dem 13. Jhdt. für beide Geschlechter in Mode kam. Auch der Gardecorps ist vorn geschlossen, hat aber im Gegensatz zur Garnache keine seitlichen Schlitze und lange, in der Variante für gehobene Stände oft sogar überlange und stark plissierte Ärmel. Auch der Gardecorps wird ungegürtet getragen und hat eigentlich fast immer eine Kapuze. Neben der Verwendung als Reisemantel für gut situierte Personen taucht der Gardecorps in Illustrationen auch häufig als Standesbekleidung von gebildeten Berusfgruppen auf, zB bei Ärzten oder Architekten.

    Das Wort Gardecorps und Garnache gibt es in mittelalterlichen Texten, man kann die Worte aber aktuell keinesfalls mit irgendwelchen Kleidungsstücken assoziieren. Die Assoziation zu den oben beschriebenen Kleidungsstücken stammt von Viollet-le-Duc und Camille Enlart.

    Aktuell ist es sinnvoller die genannten Kleidungsstücke einfach als Reise oder Übermantel zu benennen.