Als Hinweis, damit es nicht untergeht: Rinderfett und Rindernierentalg ist nicht das Selbe.
Nierentalg ist sehr viel fester, hat die Konsistenz von Wachs, hat einen sehr hohen Schmelzpunkt und schmilzt daher auch im Hochsommer nicht (wenn er bei großer Hitze auch etwas weich wird).
Man kann ihn nach dem Auslassen in Ziegel gießen, die sich in Stoff gewickelt in einem Keller fast unendlich halten. (Achtung, von Ungeziefer fernhalten.)
Gut ausgelassen - und natürlich mit einem guten Docht versehen - brennt er gleichmäßig, ohne viel Ruß und fast vollkommen geruchlos.
Wer sich also Talg zur Herstellung von Beleuchtung kauft, sollte unbedingt Nierenfett verlangen, nicht einfach Rinderfett.
Und zur Erklärung: der Talg schützt, wie der Name schon sagt, die Eingeweide. Er findet sich nicht nur bei Rindern sondern auch zb bei Schafen oder Pferden.
In der Küche hat man ihn, gerieben, auch als eine Art Ersatzstoff zu Triebmitteln verwendet - vor allem bei gekochten Teigen. Durch den hohen Schmelzpunkt zerläuft er erst, wenn die restliche Masse bereits fest ist und hinterlässt dadurch kleine Löcher, die die Masse lockerer machen.
Eine heute noch gebräuchliche, klassische Anwendung ist zb englischer Plumpudding.
Anmerkung: Diese Verwendung ist mir zur Zeit nur ab dem 17. Jhd. bekannt - frühere Beispiele muss ich noch recherchieren.
