Beiträge von Christa

    Interessant für alle, die sich auch mit der persisch/arabisch/andalusischen Küche der Zeit beschäftigen.

    Bald kommt eine neue Übersetzung des Ibn Razin Al-Tujibi heraus.

    Daniel Newman "The Exile's Cookbook - Medieval Gastronomic Treasures from Al-Andalus and North Africa"

    Es ist ein wenig seltsam (oder auch unglücklich) für den Autor/Übersetzer, dass die großartige Nawal Nasrallah gerade im letzten Jahr erst die erste Übersetzung des Buches herausgebracht hat. (Übrigens eines meiner Lieblingsbücher zu dem Thema). "Best of Delectable Dishes from Al-Andalus and Al-Maghrib"

    Ich werde das Buch von Newman trotzdem kaufen, denn man kann nie genug Übersetzungen zu einem Kochbuch haben (besonders, wenn man die Originalsprache nicht beherrscht)

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    Aus: Anne Schulz "Essen und Trinken im Mittelalter"

    Für das 12:

    Hildegard von Bingen spricht mehrfach von Dampfbädern. Die Trotula wurde oben schon erwähnt.
    Außerdem gibt es ein paar Darstellungen von Leuten, denen die Haare gewaschen werden - genau genommen handelt sich dabei im Kontext zwar um eine Redewendung, aber die Darstellung bleibt ja die Gleiche.

    Ich denke, das Dampfbad dürfte sich mehr oder weniger durch das ganze MA ziehen.

    Ich zeichne auf Konstruktionspapier vor und hefte das die Linien entlang auf den Stoff. Dann löse ich das Papier ab und halte mich an die Heftlinien. Bei feinen Details habe ich die Vorlage neben mir liegen und mache das auf Augenmaß oder - wenn es sehr komplliziert ist - mache ich mir mit einem Bleistift ein paar Punkte zur Orientierung (zb. wo Augen beginnen und enden, am Beginn von Flügelspitzen, etc.).

    Würde ich nach dem 12. gehen müsste ich mit Gallustinte oder Rötel vorzeichnen.

    Ich spinne mit einem langen Rocken - ich klemme ihn zwischen die Knie. Mit einem Kleid mit langem Rock geht das ganz wunderbar.

    Mein Rocken ist aus einem ganz einfachen Buchenschößling mit einer kleinen Astgabel an einem Ende.

    Zur ursprünglichen Frage: Das geht gar nicht.

    Die soziale Rollenverteilung im MA wird nun einmal sehr stark von der Kleidung geprägt. Das ist eine wissenschaftliche Tatsache - ich empfehle dazu das ganz hervorragende Buch "Die Wahl des Gewandes" von Jan Keupp.

    Disclaimer: ich bin aber auch ausschließlich im musealen Umfeld unterwegs. Die Kriterien sind also sicher anders gewichtet als für einen Markt oder eine halb-historische VA.

    Über die Kleidungsgewohnheiten Karls des Großen schrieben mehrere mittelalterliche Autoren. (Er wird dort als Musterbespiel christlicher Lebensführung beschrieben.)

    Einhard erwähnt, dass Karl nur an Feiertagen die Prunkkleidung trägt und ansonsten einfache fränkische Kleidung.

    Notker Balbulus berichtet auch, dass Karl der Große einen Jagddress aus Lammfell hatte, während sein dekadentes Gefolge im Seidenaufzug auf die Jagd geht und anschließend dafür gescholten wird.

    Das spricht schon dafür, dass die Eliten verschiedene Anzüge für verschiedene Gelegenheiten hatten. Gerade die Jagd ist schon die Gelegenheit bei sich adelige Herren ihr Kleid beschmutzen oder zerreißen könnten.

    Ich wäre da SEHR vorsichtig und würde die Quellkritik auspacken.

    Bei Viten von Würdenträgern, Heiligen etc. wird sehr oft stark überzeichnet und mit Metaphern um sich geworfen.

    Die bescheidene Kleidung kann da ebenso gut ein Bild für allgemeine Abkehr von der Hochmut sein.

    Davon abgesehen: ein mächtiger Kaiser kann es sich von Zeit zu Zeit leisten exzentrisch zu sein und aus der sozialen Rolle zu fallen.

    Das wird aber die Ausnahme geblieben sein.

    Also ... falls es jemanden interessiert, das hier ist das Rezept, auf das Perry sich in dem Artikel bezieht:

    Take cooked chickpeas and crush them with a ladle so that none remains whole, harving set some whole chickpeas aside.

    Dissolve sesame paste well with sharp wine vinegar and pour it on. Toast walnuts, pound smooth, dissolve with fresh lemon juice and a little vinegar, then pour onto the crushed chickpeas Add a generous quantity of minced parsley and mint, enough for the chickpeas to get a good colour. Pour on olive oil with mixed spices, coriander seed, caraway, Chinese cinnamon, pepper, and ginger, and mix everything well. Cut in plenty of minced pickeled lemon. There should be more lemon juice than vinegar. Put in a bowl and sprinkle with pistachios. You can also put pistachios into the mixture.

    Put a lof of oil onto the surface, sprinkle with minced parsley, and decorate with Chinese cinnamon and rose hips. It should be mixed so thickly that some of it can be cut up on bread when eating. Garnish with a few whole chickpeas. This makes for a very elegant dish.

    Ich gebe Perry da auch recht: dieses Rezept ist nur in den Grundzügen Hummus ähnlich. Das Geschmacksprofil dürfte sehr anders sein. Besonders mit Walnüssen, Zimt und Kümmel und dafür ohne Knoblauch. Es dürfte außerdem auch deutlich gröber und - im Endeffekt - fester sein als Hummus.

    Ich habe mir schon vorgenommen, es bei nächster Gelegenheit auch mal auszuprobieren.

    Also wenn ihr "nur" die Wolle verkaufen möchtet und nicht das fertige Garn ... warum bietest du dann nicht kleine Workshops rund ums Spinnen an? Das geht auch auf Märkten gut und du hast nicht das Problem, dass du irgendwelche Stundensätze für deine Spinn-Arbeit berechnen musst.

    Ihr könntet zusätzlich noch Spindeln verkaufen - vielleicht gibt es in der Familie jemanden, der sowas herstellen kann?

    Ich habe sowas mal auf einem Markt gemacht (ohne das verkaufen, allerdings) - die Leute, besonders die Kinder, waren begeistert. Und ich wurde jedes einzelne Mal gefragt, ob man mir die Spindeln nicht abkaufen könnte.

    Hm. Ich hab immer Feuerstellen auf dem Boden bevorzugt, wenn es keine fixe Feuerstelle gab. Mehr Flexibilität.

    Aber bequemer ist so eine Kochkiste natürlich bestimmt.

    Wie die Utensilien untergebracht sind, hängt völlig von der Situation ab. Da gibt es bei mir keine fixen Behältnisse. Wichtig ist nur, dass alles sauber, ordentlich und griffbereit ist.

    Die IG Wolf nutzt die Ronneburg aus zwei Gründen nicht mehr:

    - sehr viel strengere, feuerpolizeiliche Vorgaben, die eine sinnvolle Nutzung der Küche sowie passende Beleuchtung unmöglich machen

    - die Tatsache, dass die Leitung dort auf das Vorführen angeblich "mittelalterlicher" Requisiten besteht (teils Märchen-Zeugs, teils Inventar aus dem 19. Jhd, etc.)

    Das letzte, große Event dort war das 30-jährige Jubiläum der Wölfe. Das war aber dafür wirklich klasse. An die 100 Gäste (Darsteller) aus ganz Europa, Drei große Festbankette, Handwerk, Adel, Klerus, Musiker ... alles mit Displays für die Besucher. Eine mittelalterliche Hochzeit (die allerdings nur intern).

    Es war wirklich schön ...